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Irgendwann … es mag Mitte / Ende der 80er gewesen sein,  gab es einen Artikel in der SPEX, in dem die Stranglers ihre Vision von einem vereinten Europa teilten. Damals eine Utopie, Jahre später ein mächtiges Konstrukt, das mittlerweile Realität geworden ist und nun, angesichts der aktuellen Lage, ein mehr als fragiles Gebilde, das mehr und mehr durch eine Mafia aus Finanzspekulanten und staatlichen Mafia-Paten mit demokratischem Anstrich in Frage gestellt wird.

In genau diesem Umfeld veröffentlichen Kreidler ihr neues Album “European Song”. Live und mit sehr viel Improvisation eingespielt und sehr direkt. Da ist kein Platz für Spielereien. “European Song” reflektiert eben oft direkt und manchmal nervös die Situation in der Europa sich befindet.

Mich erinnert das Album in seiner Düsterheit etwas an Future Sounds Of London, ein Projekt, welches Stimmungen  in den 90ern ebenfalls perfekt umsetzen konnte. Kreidler muß sich mit “European Song” keinesfalls dahinter verstecken.
Und sei der Anlass, dieses Album genauso aufzunehmen und zusammenzustellen, wie es es nun veröffentlicht wurde, noch so beschissen, das Album ist für mich definitiv jetzt schon ein Höhepunkt in 2017.

Das Album “European Song” von Kreidler wurde Anfang April veröffentlicht. es ist als Download, CD, Schallplatte und limitierte goldene Schallplatte erhältlich.

Snippets aus dem Album finden Sie auf Soundcloud oder unterhalb dieses Artikels.

 

… Eventuell erinnern Sie sich noch an die Koblenzer Indie-Band Blackmail? Irgendwann Anfang dieses Jahrtausends schwirrten sie mal relativ oft über meinen Plattenteller, um dann recht schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Kürzlich war ich auch mal wieder auf der Webpräsenz der Band. Die letzte Nachricht dort erschien irgendwann in 2014. Insofern scheint es so, dass zumindest dieses Projekt erst einmal eingeschlafen ist.

Die einzelnen Bandmitglieder sind aber wohl noch in anderen Projekten aktiv, so auch der Sänger von Blackmail, Mat Reetz, der in diesen Tagen sein Soloalbum “962” veröffentlicht.
Und was soll ich sagen: Es ist ein “Stimmungs-Album” geworden.  Beim ersten Durchhören überlegte ich mir, wie ich der bemusternden Plattenfirma eine freundliche Absage erteilen sollte. Allzu banal erschienen mir die Stücke auf dem Album. Da man aber grundsätzlich jedem eine zweite Chance geben sollte, entschied ich mich, das Album noch einmal durchzuhören und plötzlich hatte es eine gänzlich andere Wirkung auf mich. Wieder einmal ein Beleg dafür, dass ruhige Alben meistens dann funktionieren, wenn man selber eine Stunde für sich selbst findet.

Sicherlich kein Postpunk, sondern, wie oben erwähnt,  größtenteils ruhige Popmusik, die streckenweise von den Harmonien und der musikalischen Grundstimmung her an die Guten erinnert! Wie z.B. das Stück “Alive” bei dem … ich zumindest … die heiligen Prefab Sprout meine herauszuhören. Streckenweise wird es dann doch textlich  recht kitschig, aber … Hey, das ist eben Popmusik wenn er um eine “Second chance” bettelt. Und … wie oben erwähnt, hat er sie ja auch bekommen!
Das Album hat definitiv seine Stärken bei den ruhigeren Stücken. Die rockigeren, schnellen Stücke, wie z.B. “Down” habe ich sicherlich schon besser gehört, sind aber auch glücklicherweise in der Minderzahl.

Was bleibt also als Zusammenfassung? Die Freunde des guten, entspannten Indie-Pops sollten sich”962″ definitiv einmal anhören. Ich bin zuversichtlich, dass sie nicht enttäuscht werden.
Und falls doch: Anhören – sacken lassen – Noch einmal anhören.

“962” von Mat Reetz ist am 21.04.2017 auf Tumbleweed Records veröffentlicht worden. Ein Teaser zum Album ist auf YouTube oder überraschenderweise unterhalb dieser Zeilen zu finden.

 

Totgesagte und so, werter Leser! …

Erinnern Sie sich noch an Kreidler? Irgendwann mal in den 90ern erschienen sie mit ihrer Veröffentlichung “Weekend” auf meinem Radar und verschwanden wie viel weitere Bands / Projekte der Elektroszene wieder im Überangebot.

Kürzlich trudelte wieder einmal eine Email ein und wies mich auf eine neue Veröffentlichung von Kreidler hin … Und was soll ich sagen, ich finde es gut, eingängig und spannend.
Insofern … Obwohl wir natürlich alle wissen, dass wir heute kein Fleisch essen dürfen! schicke ich Sie jetzt mal in den Karfreitag mit Kreidlers neuem Video “Kannibal”.

Have fun!

 

Sagen wir es einfach so … Der Winter ist nicht unbedingt eine Zeit für Sensibelchen. Das sollte ja allgemein bekannt sein. Insofern ist es sicherlich etwas widersprüchlich wenn ich behaupte, daß “Framework”, das zweite Album der schwedischen Postpunk Band A Projection zumindest meinen musikalischen Himmel erhellen kann.

Selbstverständlich ist es einfach, mal wieder die Vergleiche mit Joy Division aus der Schublade zu holen, was angesichts des häufigen Einsatzes von Bassgitarren, der dunklen Stimme und Songtiteln wie “Transition”  ja auch recht naheliegend ist.

Dennoch ist “Framework” bei genauerem Hinhören durchaus vielseitiger. “Sensible Ends” erinnert durch seinen Aufbau an die frühen Orchestral Manoeuvres In The Dark bevor diese sich der seichten Popmusik hingaben. Die dynamischen “Scattered” und “Next time” bringen einem die Gitarren von A Flock Of Seagulls wieder in Erinnerung. Und manchmal glaubt man auch etwas Gary Numan herauszuhören.
Insofern ist “Framework” ein Album, das trotz der dunklen Grundstimmung fröhlich durch die Geschichte des Postpunk, Wave und Elektro wandert und sich gerade deshalb angenehm von den vielen Veröffentlichungen in diesem Genre abhebt und mich als Kind der 80er mit einem angenehmen Gefühl zurücklässt.

Textlich kann der geneigte Zuhörer natürlich keine Freudenausbrüche erwarten. Ich denke bei Songtiteln wie “Hollow eyes”, “No light” und “Listen to the dark” ist das jetzt auch nicht unbedingt zu erwarten. Und wenn A Projection in der Pressemitteilung anmerken, daß sie “manche Songs unter der Wirkung von extremen Schlafmangel aufnehmen wollten um Gefühle wie Orientierungslosigkeit oder Erschöpfung zu transportieren”, dann ist  Ihnen das durchaus gelungen.

Meine Frau und ich sollten uns demzufolge angesichts unseres Familienzuwachses und der damit verbundenen Schlaflosigkeit eventuell auch überlegen, ein Album aufzunehmen. … Aber ich schweife ab! …

Das Album “Framework” ist am 13.01.2017 via Tapete Records veröffentlicht worden. A Projection werden es im Frühjahr / Sommer auch live in den folgenden Locations in (Nord)-Deutschland vorstellen.

04.02.17
Bielefeld Nr. z. P.
25.04.17
Hamburg Hafenklang
27.04.17
Göttingen Theaterkeller
28.04.17
Osnabrück Kleine Freiheit
29.04.17
Wolfsburg Sauna Club
04.08.17
Herwigshof/Sittensen Oakfield Festival

 

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