Author Archive

Man muss nicht Simon Reynolds Buch “Rip it up and start again” gelesen haben um die Nähe zwischen Krautock und Postpunk zu erkennen.

Zwischen Bands wie Neu, Tangerine Dream und Malaria und Cabaret Voltaire ist es wirklich nur ein kleiner musikalischer Sprung. Was liegt dann näher als dass Jahrzehnte später sich Musiker aus den beiden verwandten Musikrichtungen immer wieder zu Kooperationen zusammenfinden.
Gudrun Gut, ihres Zeichens ehemaliges Mitglied der Band Malaria, Gründerin des Ocean Club, und quasi Hanna Dampf in allen musikalischen Gassen mit ihrem Label “Monika Enterprise” und Jochen Irmler, Keyboarder der Krautrock Band Faust, Teil des Projektes B.I.L.L. (u.a mit Jaki Liebezeit) und Betreiber des gleichnamigen Faust-Studios irgendwo zwischen Alb und Bodensee, veröffentlichen heute unter dem naheliegenden Namen Gut und Irmler ihr Album “500M”.

Beide haben sich ursprünglich auf dem von Irmler kuratierten Klangbad Festival kennengelernt. Im Verlauf dieses Festivals soll Irmler Gudrun Hut gefragt haben, ob sie nicht Interesse hätte mit ihm ein Album aufzunehmen und seine Orgelimprovisationen mit ihrer Perkussion und ihren Vokalparts zu komplettieren.

Infolgedessen entstand besagtes Album dann durch Arbeitsteilung in unterschiedlichen Sessions. Zuerst nahm Irmler seine Klangsessions in seinem Faust Studio auf, die anfangs nur marginal durch Guts grobe Strukuren und Vocals ergänzt wurden. Im Anschluss dekonstruierte Gut in ihrem Studio die Songs und setzte sie wieder zusammen. Rip it up and start again eben. Herausgekommen ist dabei  dann das besagte Album 500M (veröffentlicht auf Bureau B), von dem Sie sich einen ersten Eindruck anhand des nachfolgenden Songs “Mandarine” verschaffen können. Entspannt und etwas 90ies Style, aber wirklich nicht schlecht!

 

… Mea culpa, aber Sie wissen ja, die Kollegen sind im Urlaub, man arbeitet von früh bis spät und die werten Praktikanten sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Sowohl im eigentlichen Beruf als auch hier auf postpunk.de. Nun denn, also wieder einmal nur ein kurzes Update und dieses Mal mit einer Sängerin aus Holland, Sharon Kovacs, die sich selber der Einfachheit halber nur “Kovacs” nennt.

Der Song “My Love” ist jetzt in der Tat nicht wirklich Postpunk, aber die Stimme finde ich doch sehr tief und sehr beeindruckend und so dachte ich mir, dass ich Ihnen das einmal vorstelle bevor das wieder an Ihnen (und mir) vorbei geht.

Damit hätte ich also meine Schuldigkeit getan und Sie können jetzt wieder am Teutonengrill in Ihren Liegestuhl sinken und dem Laster frönen.

 

… Zum Ausklang des Wochenendes ein kleiner Ausschnitt aus einer TV-Reportage in der man versuchte über das Lebensgefühl einer Generation, natürlich völlig neutral, zu berichten. Für den werten Leser bedeutet das aber zumindest, dass er schöne und seltene Aufnahmen aus dem Ratinger Hof in Düsseldorf sehen kann! Ganz zum Ende mit einer meiner Lieblingsbands aus dieser Zeit: Nichts!

Die Punks sind überhaupt die, die alles abrasiert haben und diese Sioux Frisur tragen! … In diesem Sinne: No Future!

Kurze Info, die Sie sicherlich schon auf anderen Seiten gelesen haben. Annik Honoré, die Freundin von Ian Curtis, die im Film “Control” von Alexandra Maria Lara gespielt wurde, ist diese Woche nach langer Krankheit verstorben (Link).

Und wo wir schon mal bei Ian Curtis und Joy Division sind, wollte ich mit Ihnen noch einen kurzen Ausflug zu einem seiner ehemals engsten Freunde machen. Genesis P. Orridge, der u.a. mit seinen Projekten “Throbbing Gristle” und “Psychic TV” nicht nur musikalisch Furore machte, war angeblich der Letzte, der vor Ian Curtis Selbstmord mit ihm telefonierte. Zumindest wenn man diesem Interview im Guardian Glauben schenken darf, in welchem Genesis P. Orridge berichtete, dass Ian Curtis ihm vor dem Selbstmord mitgeteilt hatte, dass er nicht auf die US-Tour gehen möchte. Im weiteren Verlauf soll er dann Genesis P. Orridge den Throbbing Gristle Song “Weeping” am Telefon vorgesungen haben, der sich ja eben mit dem Thema Selbstmord beschäftigt (Zitat: “My arm is torn open like a wound. My Universe is coming through my mouth.”).

 

1990 veröffentlichte Genesis P. Orridge überhaupt mit seinem Projekt Psychic TV den Song “I.C. Water”, den er explizit Ian Curtis widmete. Ian Curtis war auch auf dem Cover der Single abgebildet. Meiner Meinung nach eine wirklich gelungene Hommage an Ian  Curtis.

 Page 1 of 180  1  2  3  4  5 » ...  Last »