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… Wissen Sie, werter Leser, der sich nach 1,5 Jahren Ruhe rein zufällig hierher verirrt hat … wissen Sie, Facebook würde sagen: “Es ist kompliziert!” …

Da habe ich mir doch jetzt wirklich vor ca. 20 Jahren diese putzige, kleine Internet-Adresse gesichert und bin jetzt in einer Art Internet-Midlife-Crisis. Sie müssen sich aber jetzt keine Sorgen machen, dass ich Sie demnächst mit einer Harley Davidson (der Name “Harley Davidson” wird hier nur beispielhaft verwendet, ich mache mir keinesfalls den Namen zu eigen!) um die Ecke flitzen sehen. Soweit ist es noch nicht oder über diesen Status bin ich seit dem Verkauf meiner Simpson Spatz schon wieder hinaus.

Als ich mit dieser Seite angefangen habe, habe ich noch die Buttons selbst erstellt und sie sahen fürwahr fürchterlich aus. Ich hatte noch geraucht und konnte mir niemals vorstellen, dass man Blog-Artikel ohne Zigaretten und Bier verfassen kann.

… Hier würde ich nun normalerweise das Video “Cigarettes & Alcohol der nicht so schlechten Musikgruppe Oasis posten. Aus rechtlichen Gründen müssen Sie sich aber nun mit einem Bild der Badezimmer-Fließen unseres noch nicht renovierten Bades im Erdgeschoss zufrieden geben. Für eine Renovierung fehlt uns einfach die handwerkliche Begabung, bzw. das Geld. Warum das so ist, werde ich später noch erläutern.
(Anmerkung des Nuntius: Ich bin mir nicht sicher, ob das Design der 70er Jahre Fliesen geschützt ist. Ich rate davon ab, das Bild zu posten!)

Womit wir jetzt also bei einem grundlegenden Problem eines Blogs wären, der versucht, seine Meinung über ein bestimmtes Album, einen bestimmten Song, eine Band einer breiteren Öffentlichkeit kundzutun. Ich kann natürlich darüber schreiben, wie großartig die Sängerin XYZ das hohe Cis trifft. Geiler wäre es allerdings, wenn man das den werten Lesern auch anhand eines Snippets, Videos etc. demonstrieren könnte. Das ist heute aber nicht mehr ganz so einfach, wie wir aus diversen Presseberichten lernen durften. Sobald ich einen Link setze, habe ich das Gefühl, dass ich bereits mit einem Bein im Knast stehe, weil irgendjemand Bock hat, aus den Misinterpretationen

… Und jetzt? Diese Scheiß-Schokolade, respektive das Bier und der Mangel an Bewegung macht einen fetter und fetter und fetter und fetter, werter Leser und ich habe immer mehr Angst, dass ich jeden Tag den Spielplatz oder zumindest das Kletternetz in Schutt und Asche lege.

Und wenn jetzt irgendein verschissener Anwalt kommt und mir eine Abmahnung zukommen lässt, nur weil ich meine Links nicht ordentlich gesetzt habe oder eine für diese Seite höchst überflüssige Datenschutzerklärung auf Isländisch verfasst habe oder ihn “verschissen” genannt habe, dann soll er dafür nicht in der Hölle schmoren. Nein, das wäre zu harmlos! Er soll für 100 Jahre den Song “Schiebt den Wal zurück ins Meer” von den Toten Hosen hören.

Anyway Nr.1: Das ist mein Blog! Er handelt von mir und meiner Welt. Ich schreibe wenn ich Zeit habe, wenn ich Lust habe und wenn ich irgendwelche tollen Musikstücke / Alben höre. Diese Seite ist nicht kommerziell ausgerichtet und wird es niemals sein. Wenn Sie mir Kassetten, Schallplatten oder CDs von Bands zukommen lassen möchten, die hier präsentiert werden sollten, dann dürfen Sie das gerne tun. Manchmal frage ich unter Umständen sogar ob Sie mich bemustern könnten, mir Tickets für ein Konzert in der Nähe zuschustern könnten, aber selbst dann gibt es keine Garantie, dass ich darüber schreibe, denn jeder Nachmittag auf der Rutsche oder auf dem Karussell ist in diesem Moment für meine Söhne und mich weitaus wichtiger als ein Artikel über das Album, das Sie nächsten Monat – völlig zurecht – zum Weltstar werden lassen wird. …

Unter Umständen kann es aber auch ganz einfach sein, dass ich Ihre Interpretation von “Love will tear us apart” als nicht ganz so überzeugend betrachte und deshalb den Mantel des Schweigens darüber legen möchte.

Anyway Nr. 2: Bitte lesen und wiederholen Sie den folgenden Satz: Postpunk ist mitnichten eine Musik gespielt von bleichen Schülerbands mit einer dumpfen Bassline zur Wiedererkennung und traurigen Texten zum sich Aufhängen.

Hier stellen Sie sich bitte nun ein Video von der tollen Postpunk-Band Kid Creole and the Coconuts vor. Alternativ könnte ich Ihnen auch ein Foto der Spielzeug Congas meiner Kinder zukommen lassen.

Anyway Nr.3: Die SPEX (so grausam sie in manch vergangenen Zeiten auch gewesen sein mag) macht zu. … Schade, ich empfand sie in letzter Zeit wieder als wichtig und lesenswert.

Anyway Nr.4:  Wissen Sie was echt toll wäre? Wenn Sie als Kommentar einfach nur ein “Ich” hinterlassen würden. Egal wann Sie diesen Artikel in den nächsten 40 Jahren lesen: Sie können sich auch einfach nur “Piraten Piranha” und “Kikaninchen” nennen. Sehen Sie es einfach nur als Zeichen für mich an, dass außerhalb von Twitter, Instagram und Facebook noch Menschen sind.

Der Artikel wurde so wie er ist geschrieben. Ich schreibe als Privatperson. Garantie oder Rückgabe wird ausdrücklich ausgeschlossen. Bitte lesen Sie nicht, wenn Sie damit nicht einverstanden sind! Viel Spaß beim Bieten!

Unverhofft kommt öfter, werter Leser! …

… Eine kurze Mitteilung in eigener Sache, werter Leser!

Leider muss diese ungeheuer freundliche Seite eine kurze Pause einlegen.

Der Grund hierfür heißt Emil, ist ein paar Wochen alt, raubt uns in Kombination mit seinem Bruder Hugo momentan den letzten Schlaf und sorgt für tiefe Augenringe! Das kann zwar auf einem Alien Sex Fiend Konzert ganz cool aussehen, ist aber der Aktualität und der Häufigkeit von Updates nicht sonderlich zuträglich.

Da sich aber alles irgendwann wieder einspielt, möchte ich Sie bitten, sich noch etwas zu gedulden. Ein positives Signal jedenfalls ist, dass sich Hugo schon ganz intensiv mit Papas Schallplattensammlung beschäftigt. … Zumindest mit den Hüllen!

Anyway … ich wollte Ihnen eigentlich so viele Dinge berichten. Es gibt z.B, einen neuen kostenlosen Labrador Sampler zum Download, ein neues Album von “Der Plan”, dass Europa zum Swingen bringen soll und eine wichtige Retrospektive von “Jetzt“.

Seufz! … Wie sangen schon Stella: “An Extralife is what I need!”

Krälfe aus der Konserve, werter Leser! …

… Bedrohlich klingt der erste Song, den uns Krälfe auf ihrem zweiten Album “Konserve” präsentieren. Viel Bass und aus dem Hintergrund ein Gesang, der wie eine Mischung aus Siouxsie Sioux and Ofra Haza klingt, stimmt uns auf den nächsten Song ein, der dann schon schon weitaus dynamischer, krachiger klingt, gesanglich auch wieder an die 80er (Post)Punk Songs (hey, Hazel O’Connor) erinnert, ansonsten aber doch recht Metal-lastig daherkommt.

Selber bezeichnen sie ihren Stil als “Minimal-Noise-Rock”, was ich auch durchaus so unterschreiben würde.  Das alles immer noch mit einem Fokus auf die Instrumental-Passagen was sicherlich dem Umstand geschuldet ist, dass Krälfe auf ihrem ersten Album noch vollständig auf Gesang verzichtet hatten und erst jetzt das gelungene Experiment wagten, den ein oder anderen Song mit Gesang zu unterlegen. Man bewegt sich zwischen zwei Welten: Zum einen in der Welt von Songs wie z.B.”SB 65″, die den Zuhörer mit viel Bass und viel Schlagzeug und viel Noise an die Wand nageln. Und eben in der neuen an den Postpunk angelehnten Welt. Der darauffolgende Song “TGO”, wo Sängerin und Bassistin Cläre Caspar sich den AuPairs annähert ist hier das beste Beispiel.

Das Album zeichnet sich zum einen durch die eingangs erwähnten Gesangsparts aus, die allerdings mehr durch ihre Stimmung und die Art wie die Stimme eingesetzt wird auf den Zuhörer wirken als durch den textlichen Inhalt, der teilweise nur schwer verständlich ist.  Des Weiteren kennzeichnen Tempowechsel und das fortwährende Spiel mit lauten und leisen Passagen die Songs auf “Konserve”. Das kann spannend sein, dem ein oder anderen Zuhörer mag hierbei allerdings etwas der Wiedererkennungswert der einzelnen Songs fehlen. Pop ist halt eben anders.

Letztendlich lässt sich aber sagen, dass Krälfe mit der Entscheidung ihren Songs Gesangsparts hinzuzufügen, meiner Ansicht nach einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. So ganz flüssig klingt das Album allerdings noch nicht auf mich. Dennoch ist “Konserve” definitiv empfehlenswert für diejenigen Leser, die den Postpunk abseits der traurigen Jungs mit ihren ewig gleichen Bassläufen suchen.

“Konserve” von Krälfe wurde heute via Tumbleweed Records veröffentlicht. Ein erster Eindruck vermittelt sicherlich auch das nachfolgend verlinkte Video vom Stück “SWKD”.

 

Mit Kreidler durch Europa, werter Leser! …

Irgendwann … es mag Mitte / Ende der 80er gewesen sein,  gab es einen Artikel in der SPEX, in dem die Stranglers ihre Vision von einem vereinten Europa teilten. Damals eine Utopie, Jahre später ein mächtiges Konstrukt, das mittlerweile Realität geworden ist und nun, angesichts der aktuellen Lage, ein mehr als fragiles Gebilde, das mehr und mehr durch eine Mafia aus Finanzspekulanten und staatlichen Mafia-Paten mit demokratischem Anstrich in Frage gestellt wird.

In genau diesem Umfeld veröffentlichen Kreidler ihr neues Album “European Song”. Live und mit sehr viel Improvisation eingespielt und sehr direkt. Da ist kein Platz für Spielereien. “European Song” reflektiert eben oft direkt und manchmal nervös die Situation in der Europa sich befindet.

Mich erinnert das Album in seiner Düsterheit etwas an Future Sounds Of London, ein Projekt, welches Stimmungen  in den 90ern ebenfalls perfekt umsetzen konnte. Kreidler muß sich mit “European Song” keinesfalls dahinter verstecken.
Und sei der Anlass, dieses Album genauso aufzunehmen und zusammenzustellen, wie es es nun veröffentlicht wurde, noch so beschissen, das Album ist für mich definitiv jetzt schon ein Höhepunkt in 2017.

Das Album “European Song” von Kreidler wurde Anfang April veröffentlicht. es ist als Download, CD, Schallplatte und limitierte goldene Schallplatte erhältlich.

Snippets aus dem Album finden Sie auf Soundcloud oder unterhalb dieses Artikels.

 

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