Cdprojekt2008 Archives

Sie erinnern sich? Ich habe da wohl noch ein paar CDs aufzuarbeiten, die ich mir letzten Monat gekauft habe! Ich denke, es ist verfrüht jetzt von einem Rückfall zu sprechen, oder?

Spilker Gruppe, Rossmy und die ganzen Fotos, werter Leser! …

… Ganz viele neue CDs deutschprachiger Künstler prasseln auf uns ein und bevor in der nächsten Woche alle ganz laut “Kettcar!” rufen, schnell noch meine eigene Meinung zu 3 CDs, die ich schon sehnlichst erwartet hatte.

Fangen wir mit der Frank Spilker Gruppe an, die mit der CD “Mit all den Leuten” den Reigen heute eröffnet. Lt. eigener Aussage versuchte Spilker etwas, den eingetretenen Pfad der Sterne zu verlassen. Das gelingt bedingt. Spilker klingt eben wie die Sterne oder die Sterne klingen eben nur wie Sterne mit Frank Spilker. Dennoch ist ihm das Bemühen nicht abzusprechen, daß er versucht, einige Dinge anders zu machen. Er versucht sich an englischen Texten (ganz großartig der Song ExLovers Paintings), verwendet eine andere Instrumentierung und bemüht sich, insgesamt etwas rockiger zu klingen.

Textlich und vom Gesangsrhythmus klingt das ganze Ding dennoch halt immer noch wie Sterne. Warum dazu dann ein weiteres Projekt notwendig war, ist mir nicht ganz klar, aber vielleicht wollte er einfach mal mit ein paar anderen Leuten Musik machen. In Ordnung – Aber nicht zwingend notwendig!

Ach und wo wir doch gerade bei den Sternen waren! … Die Fotos liefern uns mit ihrer neuen CD “Nach dem Goldrausch” ja nun nicht mehr das Gitarrenbrett, das sie uns noch bei ihrem Erstlingwerk um die Ohren gehauen haben.
Nee, die Fotos klingen jetzt irgendwie sterniger! Verrückte Welt und das hört sich richtig gut an. Es grrrrrrooved plötzlich da (Das ist nicht was ich will) wo es kürzlich noch gescheppert hatte. Explodieren ist ein Lied, das es früher sicherlich problemlos auf jede Sterne Platte geschafft hätte! Alles bewegt sich! Angenehm! Vom Pogo Publikum weg, hin zu … mir? Ob das die Fotos jetzt auch als so angenehm empfinden möchte ich jetzt mal dahingestellt sein lassen. Ich finde es gut! Textlich ist da nichts auszusetzen denn irgendwie schnappt man sich ja bei deutschen Texten sowieso immer die Fragmente, die man auf sein seltsames Leben gerade anwenden kann. Und bei den Fotos klappt das gut. Sollten Sie, werter Leser, auch mal probieren! “Jetzt ist die Zeit zu explodieren!”

Bei Tilmann Rossmy bin ich ja immer etwas zwiegespalten. Vielleicht hängt es mit meiner jeweiligen Stimmung zusammen, wie gut oder schlecht ich die jeweilige neue CD von ihm, bzw. seiner Band dem Tilmann Rossmy Quartett bewerte oder liegt es teilweise an den Erwartungen, die ich immer noch in ihn setze. Bei der neuen CD “In einem fremden Land” hatte ich mal ausnahmsweise keine großen Erwartungen und … wurde endlich einmal positiv überrascht.

Vielleicht liegt es an dem Sauwetter, das gerade draußen herrscht oder die Qualität seiner Songs hat sich wirklich endlich einmal wieder verbessert. Es ist wie auf der verlinkten MySpace Seite beschrieben immer wieder wie nach Hause kommen wenn man seine guten CDs hört. Und diese CD ist wirklich großartig und seine Version von Nenas Fragezeichen ist wirklich hochgradig schön! Was mir dieses Mal besonders aufgefallen ist: Seine Band ist musikalisch wirklich exzellent! Und zusammen mit einer definitiven Steigerung der Qualität der Lieder ist das wirklich ein Quantensprung gegenüber der letzten CD.

Dennoch behaupte ich immer noch, daß er “Jungens-Musik” macht! Gerade dann wenn diese bezaubernde Sängerin (Sarah Berger) mitsingt, werde ich dieses Gefühl nicht los! Egal! Für mich ist das ja dann auch o.k.!
War noch was? Ach ja! Mein absoluter Favorit ist “Süden“. Mich rufen auch immer irgendwelche Stimmen (öchöm!).

Und am 15.05. in Weinheim im Café Central bin ich dabei!
“Willkommen Zuhause, es war ‘ne lange, lange Reise!”

CD Projekt 2008 #4, werter Leser, …

.. beschäftigt sich auch wieder einmal mit CDs aus 2007, die nicht ausreichend gewürdigt wurden und einfach mal so nebenbei im Regal verschwanden. Als kurzer Zwischenstand ist festzuhalten, daß es aus dem Gästeklo (Ja, ich besitze solch eine Einrichtung! Bei mir ist das aber der Keller-Ersatz!) bestialisch stinkt und ich im letzten Jahr grandiose CDs für kleinen Preis erstanden habe. Diese CDs bereite ich nun für Sie auf, bewerte sie und stelle sie dann wieder ins Regal.

Halt! Die nachfolgende CD nicht! Der Countrypunk (?) hat wieder einmal zugeschlagen! Iron & Wine haben irgendwann einmal (2005) mit Calexico eine CD aufgenommen und ich finde sie leider großartig. Sie enthält mehr Blueselemente als ich jemals glaubte, ertragen zu können und dennoch finde ich sie fantastisch! Das Problem scheint mittlerweile wirklich zu sein, daß ich keine schlechten CDs mehr kaufe! Verdammt! Das nimmt mir keiner ab! Aber diese CD ist sentimental, die Gitarre jammert, die Sänger flüstern. Ich genieße das wenn die Menschen da sind, aber dennoch nicht aufdringlich. Und so verhält es sich mit dieser wahrlich wunderschönen CD. Für mich ist das eine Nacht-CD, die man sich in aller Ruhe mit mit einigen Freunden und Alkohol anhören sollte. Iron & wine verstehen es, Stimmungen zu transportieren. Dies gelingt nur ganz, ganz wenigen Bands! Es ist kein richtiger Country, es ist kein richtiger Pop, aber die Melodien sind catchy und versöhnlich und irgendwie erinnert mich das etwas an das fantastische Magnolia Electric Company Konzert dem ich beiwohnen durfte. Warum hat mich eigentlich nie jemand vorher auf dieses Album aufmerksam gemacht? Muss ich immer alles alleine machen? … Welt? … Bitte endlich diese CD anhören!!! Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß ich normalerweise nicht so enthusiastisch bin? Unglaublich, wie schön diese CD ist!

Damien Rice kannte ich ja vorher auch noch nicht. Wahrscheinlich schütteln Sie jetzt ungläubig mit dem Kopf und fragen sich wo ich die ganzen Jahre gelebt habe? Egal! Habe erst kürzlich das fantastische “The Blower’s Daughter” (manch einem Leser vielleicht aus dem Film Closer bekannt) gehört und dachte mir, daß die dazugehörige CD “O” doch irgendwo bei mir rumfährt. Tja und was soll ich sagen? Tolle Musik, die manchmal zugegeben etwas sehr soft rüberkommt, aber für verregnete Abende eignet sich diese CD ganz hervorragend. Wundert mich eigentlich, daß sich bei solch einem hervorragenden Künstler der Erfolg noch nicht eingestellt hat. Ich meine gegen Herrn Blunt und diesen derzeit völlig hippen Mädels mit ihrer Akustik-Klampfe kann der Herr Rice sehr gut anstinken. Aber nun da Sie, werter Leser, ja jetzt belehrt worden sind, steht seinem Erfolg nichts mehr im Wege. Ein recht gutes Bild lässt sich überhaupt auf seiner oben angegebenen Internet-Seite machen. einfach mal den Link zu den Videos anklicken oder mal in das nicht minder fantastische Lied “Canonball” bei YouTube reinhören. Mist, schon wieder eine tolle CD!

Fortsetzung folgt!

CD Projekt 2008 #3, werter Leser, …

wird mächtig, düster, …

Wieder werden CDs abgearbeitet, die 2007 gekauft wurden. Nicht so detailliert wie das Julia macht, eher etwas grob und ungehobelt, wie Sie das nun einmal von dieser kleinen bäuerlichen Seite gewohnt sind.

Und so holpern wir heute mit einer CD los, die der Wolli lieben würde, wenn er sie denn kennen täten würden tun sollen können: The Mission und ihre Anthology. Als Ex-Wave-Grufti bin ich da natürlich etwas vorbelastet und kann da wahrscheinlich nicht so neutral darüber urteilen. Also betrachten Sie die nächsten Zeilen als verdammt subjektiv. Bei The Mission ist es ja immer so gewesen, daß die Lieder, respektive Melodien äusserst vorhersehbar waren. Immer rausgedrückt, mit einem befreienden Ende (versteht jeder, oder?), will sagen, daß der Sänger am Anfang der Strophe immer so gegrummelt hat und dann im Refrain seinen nahenden Orgasmus musikalisch untermalt hat. Bis zum … Kommen!  Das kann man mögen oder nicht. Ich mag das. Vielleicht – wahrscheinlich – werde ich aber auch nur alt und sentimental! Für mich eine schöne Erinnerungen an eine tolle Zeit und deshalb absolut ohne Bewertung, aber definitiv eine CD Box die behalten wird.  Obwohl ich das alles 10 mal auf Vinyl und 15 mal auf CD habe. Dennoch: Besser als Placebo sind sie allemal. Aber die Welt hat sich dennoch weiter gedreht und deshalb ist das nur für pathetische Gruftrocker interessant.

Und jetzt mit voller Kraft auf die Spaßbremse getreten! ILiketrains machen mal wieder Postrock und was für grandiosen! Ich bin in der Tat hin & weg! Was Postrock für viele Hörer schwer verdaulich macht, ist die Tatsache, daß bei sehr vielen Songs kein Gesang vorhanden ist. Nicht so bei ILiketrains aus Leeds. Die rocken und der Sänger brummt in sein Mikro rein, daß es eine wahre Pracht ist! Es kommt ja in der Tat nicht häufig vor, daß ich 5 Punkte bei Mediamonkey vergebe. “No military parade” war es mir das allerdings wert! Ähnlichkeiten mit Tortoise sind sicherlich nicht zufällig! Allerdings ist das Ganze, wie eben auch Tortoise, nichts für Leute, die sowieso schon Probleme mit ihren Depressionen haben, denn lustig ist anders! Nicht umsonst heißt ein Lied The accident (weitere 5 Punkte). Ich mag diese Züge jedenfalls auch! Auf jeden Fall behalten und sich mit dem Backkatalog vertraut machen!

Auch das nächste Album ist, um es vorweg zu nehmen, ein Spektakel. Da wir nun ab und an aufgrund der räumlichen Nähe gerne in unser Nachbarland Frankreich fahren und dort die Supermärkte unsicher machen, komme ich nicht umhin dort auch die zugegeben sehr einseitig sortierten CD-Abteilungen zu durchforsten. Und so wurde ich auf eine Band aufmerksam, von der ich mir vor gefühlten 25 Jahren schon einmal eine MiniLP mit dem Namen “L’aventurier” geleistet hatte. Die Rede ist von Indochine. Indochine gehen nun also demnächst in Rente und haben zuvor noch einmal ein Live Album rausgehauen, das wahrhaftig grandios ist. Manch einer mag da vielleicht Depeche Mode raushören. Isch nisch! Indochine verwenden nun wirklich sehr viel Synthies und Keyboards und noch mehr Hall, etc. pp. So daß man vielleicht deshalb eine gewisse Ähnlichkeit mit depeche Mode vermuten könnte. Dennoch: Die französische Musikszene ging schon immer ihren höchsteigenen Weg (vgl. Les Rita Mitsouko, Telephone, etc.) und auch die Melodien von Indochine klingen viel mehr nach schönen Melodien (ich erwähne jetzt bewusst den Begriff “Chanson” nicht) als nach den Schlachthöfen Basildons. Hanoi ist eine wunderschöne Zusammenstellung großartiger Musik, die in Deutschland wahrscheinlich wieder einmal viel zu wenig beachtet wird. Kann unter Umständen damit zusammenhängen, daß Indochine nur Indochine heißen und nicht The Indochines und aus Liverpool kommen. Für die gemeinen Radiosender haben sie nun leider einmal zu wenig Sommerhits gehabt als daß sie bei denen Beachtung finden könnten. Für den aufmerksamen Postpunk.de Leser sollte das aber zumindest einmal eine Band sein, die man entdecken und lieben kann! Behalten! Behalten! Behalten!

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