Flashback Archives

Guenther Kaufmann, werter Leser, …

ist ja bekanntermaßen kürzlich verstorben. Weder war mir sein schauspielerisches Wirken nachhaltig aufgefallen, noch kann man ihn als wirkliche Postpunk Ikone bezeichnen. Dennoch möchte ich Ihnen zwei kurze Videos zeigen, die ich auf YouTube gefunden habe. Günther Kaufmann singt den von Fassbinder und seinem Hauskomponisten, Peer Raben (auch Wil Rabenbauer) geschriebenen Song “So much tenderness”, der wirklich sehr an die Doors erinnert. Der Song untermalt die Schluss-Szene des Films (“Ricky … Quietsch … Peng … Peng!) und zeigt daß er vor dem Dschungelcamp durchaus ganz coole Sachen gemacht hat.

Etwas schwülstig klingt dagegen, die ebenfalls für einen Fassbinder Film eingesungene Version des Songs “Young and joyful bandit”. Angeblich soll diese Version im Film “Querelle” dann doch nicht verwendet worden sein, da ich ihn aber nicht gesehen habe, kann ich dieses nicht mit Bestimmtheit sagen.

Wenn die lieben Prominenten es dann bitte einrichten könnten, sich etwas zusammenzureissen könnten Es btauch ja nicht unbedingt jede Woche einer dahinscheiden. Soll hier ja schließlich keine permanente Nachrufseite werden!

Flashback #2, werter Leser, …

und wieder einmal das zweifelhafte Vergnügen für Sie als werten Leser mit mir zu den Anfängen von Postpunk.de zurückzukehren um zu erfahren was mich vor ca. 7 Jahren beschäftigt hat. Das untenstehende Editorial stammt aus dem Oktober 2003 und man merkt wie innerlich zerrissen ich war und was den Postpunk damals alles beschäftigt hat. … Ich muß sagen als ich noch geraucht habe, hatte ich wirklich krude Gedankengänge!

Editorial

Eine Sache liegt mir diesen Monat ganz besonders am Herzen, werter Leser!

Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, besteht ja bekanntermaßen ein grosser Konkurrenzkampf zwischen dem gedruckten Medium und den elektronischen Magazinen im Internet. Auch ich habe zu kämpfen! Werde ich es diesen Monat schaffen, mehr Besucher auf meine Seite zu lotsen, als die TAZ Abonnenten hat? Das ist Abstiegskampf pur und bisher habe ich auch nicht zu Spenden oder ähnlichem aufgerufen.
Aber jetzt ist das Maß voll! Die Taz hat in der Tat das meistgehasste Wortspiel in einem Ihrer Artikel verwendet. Zugegeben, die Sportredaktion der TAZ (gibt es so etwas überhaupt?), genießt mit Sicherheit nicht solch einen hervorragenden Ruf wie die des Emdener Anzeigers, aber mit dem Wortspiel “Rheuma-Kai zum Mega-Makaay” hat sie sich wirklich endgültig disqualifiziert. Es gibt Wortspiele, die hintersinnig, geglückt oder einfach langweilig sind. Die Verballhornung des Namens “Roy Makaay” zu “Rheuma-Kai” ist tabu! Sogar an unserem samstäglichen Fussball-Stammtisch. Wenn auch nur einer an so ein Wortspiel denken würde, würde er in eine Pendolino Tür geklemmt werden und dürfte den kompletten Weg von Entenhausen nach Speyer neben dem Zug herfahren. Das wollte ich einfach nur einmal erwähnt haben!
Wenn ich so etwas noch einmal lesen muss, dann ist Schluss, sozusagen “Ratz-Fatz – TAZ! oder “Ab der Latz – Ist Schluss mit TAZ” oder “Ich kauf mir eine Erdgasleitung und les nicht mehr die Tageszeitung!” So etwas in der Richtung halt. Oder auch z.B. “Wenn Rehagel bei der Zeitung wör, dann wär er wohl TAZ-Redakteur!”
Vielleicht ist es aber auch einfach nur an der Zeit, daß die TAZ das macht, was jedes halbwegs bekannte Unternehmen macht. – OUTSOURCEN – Sich endlich wieder auf die Kernkompetenzen konzentrieren. Ach was für ein schöner Satz. Was würde ich dafür geben, wenn sich die Menschen endlich wieder auf Ihre Kernkompetenzen konzentieren würden.
Und wo wir doch gerade mal bei Kernkompetenzen angelangt sind… Was fällt mir dazu nicht alles ein! Liveübertragungen des Fussballteams von Michael Schuhmacher auf DSF. Sind wir mal ehrlich, was soll das eigentlich? Können die Herrschaften nicht das tun, wofür sie bezahlt werden? In Reifenstapel reinfahren, Sekt saufen und Samstags bei Mc Donalds ihre blöden Autos aufheulen lassen? Ich meine, Lena Valaitis und Vico Torriani fangen ja auch nicht plötzlich mit dem Synchronschwimmen an (Was zumindest Lena Valaitis etwas befremdlich vorkommen sollte, da der Herr Torriani ja bekanntermaßen nicht mehr unter uns weilt).
Ein weiteres Beispiel werter Postpunk-Leser und Motorsportfreund:
Hostessen! Frauen also, die Hostizien an hospitalistisch veranlagte Messebesucher verteilen, während diese auf Ihre Hortensien aufpassen müssen. Was machen diese Hostessen heutzutage? Lungern auf Messen herum, verteilen Reifen-Prospekte und hoffen, daß sie für die Olympischen Spiele gecastet werden, damit der schwedische König ihnen einen Antrag macht!: So sieht’s doch aus, Silvia!

Der freundliche Editor and his Kernkompetenzen

Flashback #1, werter Leser! …

Es ist ja gar nicht einmal so einfach, nahezu täglich die Seiten zu füllen, um Ihr unersättliches Lesebedürfnis zu stillen. Ich habe mir überlegt, daß ich es jetzt wie die Privatsender mache. Ich poste niveaulose Beiträge aus der Steinzeit von Postpunk.de einfach noch einmal und hoffe, daß Sie sich nicht daran erinnern.

Der nachfolgende Beitrag wurde im März 2003 veröffentlicht als ich noch nächtelang mit html Editoren an der Seite saß, um meine schon damals unqualifizierten Gedankengänge unter die wenigen Leser zu bringen. Wenn es etwas verraucht klingt, dann deshalb weil ich mir damals noch mindestens 30 Zigaretten pro Abend reingepfiffen habe. Heute sind wir natürlich alle viel schlauer!

Hintergrund des nachfolgenden Artikels, den ich noch unter dem Kampfnamen “The friendly editor” veröffentlicht hatte, war eine nervige Deckpassage auf einer griechischen Fähre. Sie merken, ich bin urlaubreif!

Ski Heil! Werter Leser! Diesen Monat steht das Editorial ganz unter dem Motto: Herodes und Hustensaft oder Danke, kleiner schwarzer Mischlingshund!“
Erlauben sie mir bitte, dass ich hierfür etwas weiter aushole. Wissen Sie eigentlich was Sie sich antun, wenn Sie eine Deckpassage auf einem griechischen Fährschiff buchen? Nein? Ich wusste das bisher auch nicht.
Während Betreiber weitaus populärerer Webseiten es sich leisten können, teure Pauschalflüge mit ihren Lebensgefährtinnen anzutreten, müssen arme Schlucker wie ich immer mehr auf die früher äußerst populären Deckpassagen zurückgreifen.
Was hat man sich darunter vorzustellen. Man befindet sich mit hunderten anderen, wahrscheinlich ebenfalls erfolglosen, Webmastern für ca. 20 Std. auf einem Fährschiff und versucht diese Zeit halbwegs unbeschadet zu überstehen, indem man sich ein Plätzchen auf einer dieser unglaublich komfortablen Plastikbänke sucht und dort sein Nachtlager aufschlägt. Normalerweise liegt dann die einzige Gefahr darin, während der Fahrt nicht im Schlafsack von der Bank zu kugeln und unsanft aufzuschlagen. Der Schlaf ist dann in den meisten Fällen zwar etwas unbequem, aber es gelingt einem dann doch das ein oder andere Auge zuzumachen.
Außer… man ist so unerfahren und sucht sich ein lauschiges Bänkchen genau neben der allseits beliebten Kinderspielburg! Wie müssen Sie sich eine solche Kinderspielburg vorstellen? Ca. 50% aller erfolglosen Webmaster haben Kinder. Ich gehöre nicht dazu! 49% dieser erfolglosen Webmaster scheren sich einen Scheißdreck drum was diese Kinder auf der Fähre machen, geben sich dem Alkoholismus hin und schicken ihre Kinder in die beliebte Spielburg. Sozusagen in meinen direkten Einzugsbereich.
Diese Spielburg besteht aus dicken schweren Lederklötzen, die man u.a. dazu nutzen kann, tolle, hohe Türme zu bauen und diese dann unter lautem Gejohle und einem Riesenknall einstürzen zu lassen. Das macht am Anfang Spass! Zumindest den Kindern! Auf die Dauer wird das allerdings ziemlich langweilig und man lernt schnell, dass es viel mehr Spaß macht, mit diesen 1m langen Lederklötzen auf andere Kinder einzuschlagen. Diese anderen Kinder lassen sich das natürlich nicht gefallen und holen flugs ihre Freunde, die dann wiederum auf die Angreifer einschlagen.

Stellen Sie sich diese Entwicklung ungefähr wie den 2. Weltkrieg vor. Dieser dauerte mehrere Jahre, die Kinderschlacht allerdings lediglich 7 Stunden. Von 18.00 Uhr bis 01.00 Uhr morgens. 7 Stunden dumpfe Einschläge, Kindergeschrei und Rumgeheule, wenn der dicke Wastl vom Nachbartisch wieder zu fest zugeschlagen hat. Wastls Eltern war das egal. Die waren ja saufen!
Stellen Sie sich nun vor, dass einem der Mitreisenden (nicht mir, Gott sei Dank) einfällt, um 01.00 Uhr nachts, die Eltern darauf aufmerksam zu machen, dass andere Leute unter Umständen schlafen möchten. Was glauben sie was dann passiert? Genau! Die Eltern, die so unverschämt angesprochen wurden, verweisen auf das griechische Recht, dass Kindern nicht untersagt um 01.00 Uhr nachts zu spielen, rennen zum Kapitän und kommen wenige Minuten später mit eben diesem, dem 1. Offizier und der Security wieder. Diese verweisen ebenfalls auf das griechische Recht und sagen, dass die Kinder solange spielen dürfen, wie sie Lust haben. Selten habe ich ein solch triumphierendes Lächeln in den Gesichtern von Menschen gesehen, die soeben Recht bekommen haben! Ein guter Grund sich noch eine weitere Stunde mit Bier neben die Spielburg zu setzen und den Kindern beim Spiel zuzuschauen.
Wenn man dann schließlich den Ort des Grauens in Richtung Kabine mit dem Kommentar verlässt: „Kinder, wir gehen jetzt! Die anderen Leute schauen alle so blöd!“, ja genau dann sollte man froh sein, dass sich das Haiaufkommen in der Ägäis in den letzten Jahren dramatisch verringert hat.
Nun zu Ihnen mein lieber Herr Herodes! Ich weiss genau, dass Ihr Angriff nicht direkt gegen das kleine Jesuskind gerichtet war. Genauso wie ich, wollten Sie wieder einmal mit dem Volk reisen, ihm aufs Maul schauen und mussten Ihre Nacht neben einer Kinderspielburg auf einer Fähre verbringen. Wenn man das ganze Jahr schwer arbeitet, dann hat man sich das ja schließlich verdient! Alle Aktionen Ihrerseits, die daraufhin folgten, kann ich in diesem speziellen Fall nachhaltig unterstützen. Auch wenn es unter Umständen gereicht hätte, den Kindern mehrere Liter Hustensaft in die Blubberbrause zu mischen.
Noch ein kleiner Nachsatz: Lieber, kleiner, süsser, schwarzer Mischlingshund! Vielen Dank, dass Du direkt vor den Eingang der Spielburg gepisst hast und all die kleinen Kinder mit Ihren Patschefüsschen durchgestiefelt sind. Ich hatte sehr viel Spass dabei zuzuschauen und die Eltern hoffentlich eine angenehme Heimreise in Ihrem Kombi!

Der freundliche Editor