Postpunk vs. Discokugel Archives

Es tönt von allen Dächern, werter Leser, …

das Magazin des “Diskurspop” zieht aus Kostengründen von Köln nach Berlin. Die Rede ist von der gehassten und geliebten SPEX. Das eigentlich ist ja keine äusserst spektakuläre Meldung. Das wesentliche Problem, dem die neue SPEX nun entgegen sieht ist, daß kein einziger Redakteur mit nach Berlin zieht und somit eine komplett neue Redaktion aufgebaut werden muss. Die Hintergründe werden u.a. hier etwas verdeutlicht.

Man stelle sich nun vor, daß bei Spiegel, Focus oder was für einem Blatt auch immer die komplette Redaktion ausgetauscht wird. Andere Mütter haben auch schöne Töchter!

Obwohl ich als regelmäßiger Leser dieses “unsere-SPEX-Gefühl” nie hatte, da mir dieses bemühte Trendsetting schon länger auf den Geist ging und ich auch nie in den Leserpoll-Verlosungen gewonnen habe (Ich vermute da schon seit Jahren Schiebereien wie bei Siemens!), scheint es dennoch so, daß mit der SPEX und ihrer jetzigen Redaktion ein grosser Teil Innovativität auf dem kulturellen Sektor verloren geht. Zumindest was den Bereich Berichterstattung über musikalische Entwicklungen abseits von Bertelsmann und DSDS angeht.

Es ist absolut notwendig, daß bei der Flut von Veröffentlichungen auf dem CD-Sektor ein Magazin existiert, daß für seine “Zielgruppe” die Neuerscheinungen filtert, sortiert und vorstellt. Ob das eine neue Redaktion auch so im Sinne der definitiv vorhandenen “Fangemeinde” der alten Redaktion schafft, möchte ich stark bezweifeln. Eher scheint es, daß die tiefgreifenden Einschnitte (u.a. Wechsel des Veröffentlichungs-Rhythmus auf 2 Monate) dafür sorgen werden, daß die neue Redaktion das Blatt gegen die Wand fährt.

Daß der neue Chefredakteur, Max Dax, ein toller Interviewer sein soll und dies auch viel häufiger in der neuen SPEX präsentieren möchte, finde ich wahnsinnig super. Er möge seine Interviews bitte in der GALORE veröffentlichen.

Die eigentliche Aufgabe, nämlich zu informieren, hat die SPEX und ihre jetzige Redaktion eigentlich so passabel erledigt, daß ich das Magazin monatlich erstanden habe. Hat wohl nicht gereicht um den Standort zu erhalten.

Schade!

P.S. Wenn die TAZ-FEHLFARBEN Ihle und Motor-Horst für die neue SPEX schreiben, dann rappelt es aber!

Morrissey-Mädchen, werter Leser!

Ein offenes Wort tut oft Not! Deshalb heute ein offener Brief an das Morrissey-Mädchen (Jahrhunderhalle, Frankfurt, 21.00 Uhr)!

Liebes Morrissey-Mädchen!

Wir haben beide gestern abend den “Meister” gesehen. Den Menschen, der schon seit Jahren von Dir verehrt wird, der von Dir angehimmelt wird und der sich dessen bewusst ist.

Liebes Morrissey-Mädchen! Es ist leider ganz anders als Du es Dir vorstellst! Du hattest Deine Augen geschlossen. Du hast diesen psychedelischen Windmühlentanz getanzt, den Du auch immer bei diesen unseligen Doors-Coverbands tanzt. Dieses windmühlenartige Rumgehampel bei dem man überhaupt nicht den Rhythmus halten muss, weil es einfach egal ist und bei dem man einfach nur so putzig, freaky, alternativ wirkt. Du dachtest daran, mir damit einfach einmal eine in den Rücken zu semmeln.

Morrissey Mädchen, Du hast so lange darauf gewartet, daß der Meister endlich kommt. Die Tour 1997 im Vorprogramm von David Bowie hatte der Meister aus unbekannten Gründen einfach abgesagt und Du warst soooo traurig! Seit gestern wissen wir warum! Dein Meister ist im Vergleich zu Bowie einfach nicht gut genug!

Der Mensch, den ich gestern auf der Bühne gesehen habe, das war ein zweitklassiger Sänger, der seine weinerlichen, textlich völlig unpräzisen Lieder zum Besten gegeben hat, sich dreimal umgezogen hat um zweimal sein Hemd in die Menge zu werfen. Geplant, weil er das bei jeder Show macht. Und das Volk ist darauf eingegangen, weil sie darauf gewartet haben

Liebes Morrissey-Mädchen! Genau ab diesem Zeitpunkt hatte Morrissey seine Glaubwürdigkeit verloren.

Sie haben keine Lilien auf die Bühne geworfen! Dafür war ich dankbar! Auch keine weissen Taschentücher. Die zugegeben passable Band, die Tormentors, sah aus wie Eisverkäufer in Brighton und hatte bei weitem nicht den Stil, der von Morrissey propagiert wird. Das war eigentlich auch völlig unerheblich, denn auch Morrisseys Ansagen hatten keinerlei Stil. Der Gruss “Hello Frankfurters!” und das anschliessende kollektive Bandkugeln war überflüssig wie eigentlich auch all die neuen Lieder überflüssig waren.

Morrissey 2006 lebt von der Zeit als er mit Johnny Marr begnadete Lieder schrieb. Seine Soloalben sind schon seit Jahren mittelmässige Scheiben, die bei jedem gemeinen A&R Manager noch nicht einmal einen Konzertbesuch wert wären. Das Konzert lebte davon, daß er die Lieder aus der Zeit mit den Smiths spielte. Die Zuhörer haben auf eben diese Songs gewartet und er hat sie gespielt und war nicht im geringsten überrascht, daß diese am Besten funktionierten.

Morrissey sah aus wie eine schlechte Johnny Cash Kopie. Das ist in Ordnung! Wir altern alle. Selbst die T-Shirts gab es, in Anbetracht des Körperumfangs seiner selbst und des Körperumfangs seiner Fans in XXL. Warum sich diese allerdings im zarten Alter von 30+ Jahren noch in der ersten Reihe mit Teenies prügelten nur um den Meister einmal zu berühren, ist mir schleierhaft. Ebenso warum die Band Ihre Sticks und Handschuhe und was weiß ich alles ins Publikum warfen!

Liebes Morrissey Mädchen, es war schön, daß Du selbstvergessen getanzt hast. Dennoch befürchte ich, daß der Held in einigen Jahren zusammen mit Chris Norman die Karlsruher Hoepfner Oldie Night beglückt und ich mit Tränen in den Augen daneben stehen werde, weil er seine besten Tage mit Johnny Marr hatte und seitdem nur zweitklassiges Geraffel veröffentlichte.

Es gibt keinen Grund, Titelstories von Morrissey zu lancieren und es gibt ebenso keinen Grund darauf zu hoffen, daß er irgendwann noch einmal die Qualität der Smiths erreichen wird. Morrissey lebt in Rom, dick und fett, mit Freund und vegetarischer Pasta! Möge er bitte dort bleiben und uns verschonen mit Konzerten und Platten, die lediglich dazu dienen, den eigenen Geldbeutel zu füllen und den Rest seiner Reputation zu ruinieren.

Liebes Morrissey Mädchen. Du warst völlig stoned. Aber das war auch völlig unerheblich, denn wie 60% der Zuhörer wolltest Du nicht wahrhaben, daß eine Indie Legende der 80er Jahre nur noch ein schlechter Abklatsch derer ist, die ich gemeinhin als Morrissey Abklatsch bezeichnet habe.

Traurig, aber letztendlich nicht zu ändern!

Knoedelotto, werter Leser, …

.. bezeichnet sich selbst als “Resteverwerter der Popkultur” und untermauert dies, indem er in unregelmäßigen Abständen Links zu merkwürdigen Musikvideos in seinem Blog zu veröffentlichen. Selbstverständlich finde ich das sehr gut! Und biete Ihnen den Link ab sofort in meinem Blogroll an!

Link zu Knoedelotto

Ach und Danke der Nachfrage! Mein Urlaub ist bisher ganz grossartig und ich freue mich schon auf die nächsten 3 Wochen.

Ich begrüsse, werter Leser, …

die Hauptstadt der Republik Österreich und sage: “HELLO WIEN!”

Kleiner Scherz am Rande! Was ich eigentlich wollte, ist Sie auf das bevorstehende traditionelle Fest Halloween vorzubereiten. Halloween ist ja eines der wichtigsten Feste in unserer Republik. Seine Wichtigkeit steht der des Stadteilfestes des japanischen Dörfchen Konoha in keinster Weise nach.

Letztendlich ist aber auch für mich das ganze Jahr “Hello Wien!”. Falsch! Eher “Hello Warschau!” oder “Hello Irkutsk!” Egal! Also immer wenn ich mich mal so richtig fürchten will, dann geh ich in unseren REAL-Markt. Dort seh ich dann die gesammelte Ballonseiden-Generation Osteuropas. Sie hält sich an Wodkaflaschen fest! Ein Utensil, das neuerdings auf keiner “HELLO-WIEN-PARTY” fehlen darf.

Was aber mittlerweile der letzte Schrei ist, werter Leser, – und dafür verachte ich Herrn Nokia und Frau Sony-Ericsson – sind diese Arschloch-Mobiltelefone mit eingebautem Lautsprecher. Nun haben diese Lümmel also auch noch die Möglichkeit, Ihre auf dem Mobiltelefon gespeicherten Sicherungskopien ihrer auf dem Flohmarkt erworbenen CDs der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dass die Öffentlichkeit, die ja bekanntlich ich bin, das nicht hören will, interessiert sie nicht!.

Nicht also genug, dass wir von 18 jährigen Schwachköpfen in unterversicherten Daimler Chrysler Limousinen mit Bontempi-Russenpop zugedröhnt werden. Nein, nun muss auch jedes 13 jährige Blag mich mit seinem degenerierten Musikgeschmack konfrontieren.

Merkt Euch, ich war auch einmal in der Pubertät! Ich muss das nicht jeden Tag mit irgendeinem Hairkiller-Zombie aufs Neue erleben!

“Our daily Hello Wien is fucking Real!”

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