Postpunk vs. werter Leser! Archives

… Neues Spiel, neues Glück! Bis Weihnachten stelle ich Ihnen jeden Freitag eine ganz banale Frage und Sie beantworten diese ganz einfach und schon gehört Ihnen einer der famosen Preise, den der Postpunk für Sie im Laufe des Jahres von den diversen Plattenfirmen und Künstlern zusammengeschnorrt hat.

Die Frage für das Wochenende:

In New York gibt es momentan eine Ausstellung eines relativ bekannten Brüderpaares, das sich auch in der Unterhaltungsmusik einen Namen durch seine künstlerischen Aktivitäten gemacht hat: Nennen Sie mir doch bitte den Namen der Brüder und das Werk, durch das sie in der Musikszene so richtig bekannt wurden.

Als Preis winkt demjenigen, der die Antwort als erster liefert, eine signierte und mit Weihnachtswünschen versehene EP eines deutschen Künstlers, der es dieses Jahr mit seinem Album in meine Top 10 Jahrescharts geschafft hat.

Have fun!

… Wie Sie ja sicherlich der Tagespresse entnehmen durften, hat Lonely Planet mal wieder die hippsten Reiseziele fürs nächste Jahr veröffentlicht. Sie kennen mich ja alle als absoluten Trendsetter, der schon vor den ganzen Nerds, die Eiffel, Taunus und die sächsistische Schweiz bereist hat und so werde ich auch dieses Jahr wieder versuchen vor den ganzen Lonely Planet Jüngern an den hippsten Orten dieses Planeten zu sein.

Ich stell Ihnen jetzt eine kleine Quizfrage und wer diese zuerst lösen mag, der bekommt einen entzückenden Preis in Form einer kleinen signierten EP eines deutschen Künstlers, der zwar keinen Postpunk macht, den ich aber sehr verehre!

Wir erraten jetzt also das morgige Reisziel des Postpunks und erläutern den Lösungsweg und stauben eine CD ab!

Die Umschreibung des Ortes lautet: “Königliches, knappes Drittel einer Reisediarrhoe”

Wenn jemand raten möchte, dann lege er los!

… Wenn in diesen Tagen also sehr viel über “Shades of grey” geschrieben wird, das Innere also nach Aussen getragen wird, gehen The XX mit ihrem Album “Coexist” anscheinend den genau umgekehrten Weg. Die Gefühle und die Musik sind privat.

Während die Süddeutsche Zeitung von einem “Kraftzentrum des Pop” schreibt und andere in “Coexistence” durchaus ein Club-Album sehen, erweckt das Album in mir eher gegensätzliche Gefühle. Die Songs sind zerbrechlich. Etwas, das durch die sparsame Instrumentierung und die ebenso sparsam gesetzten “Wohlfühlbrecher” (aka. Beeps und Zwischengeräusche) noch unterstrichen wird. Zerbrechlich wie auch die Beziehungen um die sich auf dem Album alles dreht. Definitiv nicht gefestigt! Wie auch bei meinem Favoriten “Tides”:

“You leave with the tide and I can’t stop you leaving; I can see it in your eyes, some things that lost their meaning.”

Der Albumtitel beschreibt denn auch worum es inhaltlich in den Songs geht. Um die Komplexität miteinander zu leben. Etwas, das von The XX nur als Koexistenz beschrieben wird, sicherlich nicht immer als Liebe, auch wenn dieses eine Form der besungenen Koexistenz sein kann.

Zurück zum “Kraftzentum des Pop” … Zumindest beim Begriff “Pop” kann ich zustimmen. Das Trio um Jamie XX macht die wunderbarste Popmusik, die es gegenwärtig auf diesem Planeten zu hören gibt. Erwarten Sie aber nicht, dass Sie in einer Grossraumdisco zum Tanz aufgefordert werden.

Denn über allem schwebt immer wieder diese wunderbare Intimität, die sonst nur in grossen Soulsongs zu finden ist und den Tanz ins Wohn-, bzw. Schlafzimmer verlegt. Kann ja auch unter Umständen sehr schweisstreibend sein. Und gelegentlich erkenne ich eine gewisse Ähnlichkeit zu “Everything But The Girl”, wobei die Songs auf “Coexist” moderner sind. Aber die vielbeschriebene Nähe zur Black Music ist bei The XX wie eben auch bei EBTG nicht hinwegzudeuten.

Das ist dann sicherlich auch einer der entscheidendende Punkte, der aus einem guten Album ein nahezu perfektes Pop-Album macht. Und das ist The XX mit “Coexist” definitiv gelungen. Bisher eindeutig das beste Album, das dieses Jahr veröffentlicht wurde! Und es beinhaltet auch einige wunderbare Songs, die man bestimmt auf den Bestenlisten des Jahres finden wird …

Und am Ende scheint ja dann doch für die besungene Koexistenz noch etwas Hoffnung zu bestehen, denn: …

The walls I hide behind, You walk through, You just walk through

“An einem wunderschönen Freitag”, werter Leser, …

… so beginnt die Single “Im Stau” der Münsteraner Band Samba, einer Band, die mich schon eine sehr, sehr lange Zeit begleitet. Nachdem es gefühlte 20 Jahre ruhig um die Band war,werde ich in letzter Zeit immer öfter von ihrem Label “Tapete Records” mit Links zu den neuen Werken der Band versorgt und ich muß sagen, daß das was ich da höre durchaus interessant klingt.

Samba machten auf mich einst immer etwas den Eindruck als Produkt der Industrie, gesignt um etwas vom Hype der Bands der sogenannten Hamburger Schule und Konsorten abzubekommen. Der Qualität ihrer Songs tat das selbstverständlicherweise keinen Abbruch, aber so richtig gehörten sie nie dazu, bzw. wollten wohl auch nie dazugehören.

Obwohl es doch einige Zeit wirklich sehr ruhig um die Herrschaften war, veröfentlichten sie in regelmäßigem Abstand neue Alben (nach EPIC bei dem süddeutschen Label “Blickpunkt Pop”) und sind seit 2004 bei Tapete Records unter Vertrag wo sie nun ihr insgesamt doch schon 8. Album veröffentlichen.

Im Anschluss verlinke ich noch ein,mal auf die erste Single der Band “Flach und aus Milch” aus dem Jahre 1995 um dann als Beweis der doch durchaus vorhandenen musikalischen Reifung auf die neue Single “Im Stau” zu verlinken.

Anlässlich der Veröffentlichung des Albums “Die Ekstase der Möwen” (mit Verlaub: welch beknackter Titel) gibt es bei Tapete Records sogar noch die Möglichkeit den Opener des Albums, den Song  “Hinter der Kurve” kostenlos herunterzuladen.

Ich persönlich finde den Song richtig gut gelungen und kann Euch den Download, für den Ihr Euch nicht registrieren müsst, nur wärmstens empfehlen.

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