… Bedrohlich klingt der erste Song, den uns Krälfe auf ihrem zweiten Album “Konserve” präsentieren. Viel Bass und aus dem Hintergrund ein Gesang, der wie eine Mischung aus Siouxsie Sioux and Ofra Haza klingt, stimmt uns auf den nächsten Song ein, der dann schon schon weitaus dynamischer, krachiger klingt, gesanglich auch wieder an die 80er (Post)Punk Songs (hey, Hazel O’Connor) erinnert, ansonsten aber doch recht Metal-lastig daherkommt.

Selber bezeichnen sie ihren Stil als “Minimal-Noise-Rock”, was ich auch durchaus so unterschreiben würde.  Das alles immer noch mit einem Fokus auf die Instrumental-Passagen was sicherlich dem Umstand geschuldet ist, dass Krälfe auf ihrem ersten Album noch vollständig auf Gesang verzichtet hatten und erst jetzt das gelungene Experiment wagten, den ein oder anderen Song mit Gesang zu unterlegen. Man bewegt sich zwischen zwei Welten: Zum einen in der Welt von Songs wie z.B.”SB 65″, die den Zuhörer mit viel Bass und viel Schlagzeug und viel Noise an die Wand nageln. Und eben in der neuen an den Postpunk angelehnten Welt. Der darauffolgende Song “TGO”, wo Sängerin und Bassistin Cläre Caspar sich den AuPairs annähert ist hier das beste Beispiel.

Das Album zeichnet sich zum einen durch die eingangs erwähnten Gesangsparts aus, die allerdings mehr durch ihre Stimmung und die Art wie die Stimme eingesetzt wird auf den Zuhörer wirken als durch den textlichen Inhalt, der teilweise nur schwer verständlich ist.  Des Weiteren kennzeichnen Tempowechsel und das fortwährende Spiel mit lauten und leisen Passagen die Songs auf “Konserve”. Das kann spannend sein, dem ein oder anderen Zuhörer mag hierbei allerdings etwas der Wiedererkennungswert der einzelnen Songs fehlen. Pop ist halt eben anders.

Letztendlich lässt sich aber sagen, dass Krälfe mit der Entscheidung ihren Songs Gesangsparts hinzuzufügen, meiner Ansicht nach einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. So ganz flüssig klingt das Album allerdings noch nicht auf mich. Dennoch ist “Konserve” definitiv empfehlenswert für diejenigen Leser, die den Postpunk abseits der traurigen Jungs mit ihren ewig gleichen Bassläufen suchen.

“Konserve” von Krälfe wurde heute via Tumbleweed Records veröffentlicht. Ein erster Eindruck vermittelt sicherlich auch das nachfolgend verlinkte Video vom Stück “SWKD”.

 

Filed under: Postpunk vs. Discokugel

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