… Was mich immer ungemein ärgert, werter Leser, ist wenn ich das Gefühl habe, dass bei der Zusammenstellung eines Albums unbedingt die verschiedenen Nuancen einer Band dargestellt werden müssen. Dieses Gefühl habe ich beim selbst betitelten Album der Wiener Band CULK.
Ein Album, das am Anfang mit einer solchen Wucht an Songs aufwartet, wird natürlich auch an diesen gemessen.  Und CULK schaffen es auch in der ersten Hälfte ihres Erstlings einen wunderbaren Flow zwischen den großartigen Songs hinzubekommen, der so beängstigend gut ist und irgendwo zwischen  Postpunk und Postrock pendelt, dass ich überzeugt war, die Zukunft des Post-irgendwas  zu finden.

Doch wie bei diesem Absatz, kommt irgendwann auch innerhalb des Albums ein Bruch, der eventuell wohl platziert und durchaus seinen Charme und seine Intention haben kann, aber beim vorliegenden Album definitiv zu früh kommt. CULK bauen im ersten Teil eine wunderbare Atmosphäre auf, so dass der Absturz durch den Song “Salvation” wirklich schmerzhaft ist. Und so fällt es im Anschluss schwer, mich wieder einzufangen. Die Vorlage der ersten Hälfte mit den Songs “Begierde / Scham” und “Faust 1 + 2” war natürlich auch wirklich enorm.  Die Band präsentiert sich da wirklich als prima funktionierende Einheit. Den Eindruck hatte ich im zweiten Teil des Albums etwas weniger.

Anyway … und jetzt klinge ich wie ein alter Sack: CULK  haben ein sehr großes Potential, ein tolles Gefühl für Atmosphäre und sicherlich eine sehr genaue Vorstellung davon, wie ihre Musik klingen soll. Und sicherlich haben sie auch Spaß an den einzelnen Songs. Was CULK und diesem Album fehlt, ist meines Erachtens der Gedanke, wie ein solches Album in der Gesamtheit wirkt. Demzufolge habe ich einfach noch etwas Geduld und warte darauf, dass CULK das wirklich große Album veröffentlichen, dass sie aber wahrscheinlich schon längst in der Tasche haben.

CULK haben ihr gleichnamiges Album am 01. Februar veröffentlicht und sind nun im  Februar / März auf  Tour. Und zwar an den nachfolgenden Terminen:

2019-02-18 GER – Passau, Zauberberg
2019-02-19 GER – Freiburg, Slow Club
2019-02-20 GER – Köln, Bumann & Sohn
2019-02-21 GER – Hannover, Zum Stern
2019-02-22 GER – Hamburg, Molotow
2019-02-23 GER – Berlin, Monarch
2019-02-25 GER – Dresden, Ostpol
2019-02-26 GER – Nürnberg, Club Stereo
2019-02-27 GER – Bamberg, Pizzini
2019-03-09 AUT – Wien, Das Werk
2019-03-22 AUT – Salzburg, Arge
2019-03-23 AUT – Linz, Kapu
2019-05-02 CZ – Prague, Klubovna
2019-05-03 GER – Augsburg, City Club
2019-05-04 GER – München, Milla
2019-05-17 GER – Stuttgart, Merlin
2019-05-18 GER – Karlsruhe, P8

Und wer verstehen möchte, wovon ich schreibe, dem sei das Album ans Herz gelegt.  Als Appetizer gibt es nachfolgend den großartigen Song “Faust”

 

Filed under: Postpunk vs. Discokugel

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