Projekt Hörsturz #4, werter Leser, …
Geschrieben von: postpunk in Postpunk vs. Discokugel… und wieder die hoffentlich angenehme Aufgabe, die Lieder zu bewerten, die die Leser von BeetFreeqs Blog einfach mal dort vorgestellt haben, damit auch der Rest der Welt in den Genuss dieser einzigartigen Songs kommt.
Worum geht es? Je Runde werden 5 Lieder vorgestellt, die es zu bewerten gilt. Den genauen Ablauf glaube ich mittlerweile verstanden zu haben und somit kann ich frei von der Leber weg meine Meinung sagen, ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen. … Hosianna!
Die nachfolgenden Bewertungen sind völlig subjektiv. Die Herrschaften, die die jeweiligen Songs herausgesucht haben, sind eigentlich voll cool. Sollte einer der nachfolgenden Songs eine negative Bewertung meinerseits erhalten, dann nur, weil derjenige, der den Song ausgesucht hat, an dem speziellen Tag nicht ganz Herr seiner Sinne war. Ansonsten liebe ich alle und jeden! Wie immer halt!
Dann schauen wir mal was uns Karin Tietze-Ludwig heute beschert:
NoFX – I wanna be an alcoholic vorgestellt von Tobi
Sehr kurz! Danke! Da sollte die Bewertung auch nicht wesentlich länger dauern! NoFX habe ich schon vor 15 Jahren live gesehen. Damals waren sie auch nicht besser.
Wertung: 2,5/5 Kurzzeitparkern für die konsequente Weigerung sich auch nur irgendwie weiterzuentwickeln (Für Immer Punk!).
Polkadot Cadaver – Pure Bedlam for Halfbreeds vorgestellt von BeetFreeq
Für wenige Sekunden dachte ich, daß sich hier was ganz Großartiges anbahnt. Dann wurde ich leider enttäuscht. Nicht der von mir so sehnlichst erwartete nervöse Postpunk bahnte sich an, sondern irgendetwas, das versucht nach Faith No More zu klingen. Und da ich Mike Patton nicht mag, sind die gepunkteten Kadaver eher niedrig gepunktete Kadaver. Schade!
Wertung 2/5 überfahrene Feldhasen
Lacuna Coil – The pain vorgestellt von Doro
Scheint heute irgendwie nicht meine Runde zu sein. Meine Goth Metal Zeit liegt in der Tat schon etwas hinter mir (Wenn ich denn wirklich jemals eine hatte!). Lacuna Coil sind mir nicht gänzlich unbekannt, aber nicht so ganz mein Fall. Zuviel Metal und zuviel Pathos in der Musik und irgendwie fehlt mir da das Ungewöhnliche, irgendetwas, daß das Ding spannend macht. Schon wieder Schade! Hätte doch gerne mal wieder was interessantes Dark-Waviges gehört.
Wertung: 2,5/5 Andrew Eldrige Actionfiguren
Camille – La jeune fille aux cheveux blanc von Yoko
Eigentlich ein ganz schönes Lied! Singen kann die Dame denn auch. Netter Versuch, ein so einfach instrumentiertes (=keine Instrumente) Lied interessant zu machen. Gefällt mir eigentlich ganz gut, obwohl sie manchmal diese Tonfolge drauf hat, die mir gar nicht gefällt, die aber in französischen Liedern sehr häufig vorkommt und dort wahrscheinlich zum guten Ton dazugehört. Einigen wir uns also auf ein “Würde-ich-beim-Autofahren-nicht-einfach-weiterzappen-Lied”.
Wertung: 3/5 verschüttete Café au lait
The creepshow – Zombies ate her brain von Kasumi
The creepshow profitieren von der etwas getragenen Stimmung des Songs zuvor und machen nebenbei schön Stimmung. Man stelle sich die B52s vor, die einen schönen, schnellen Rock’n Roll spielen. Wiederum ein sehr kurzes Lied, aber gerade bei diesem Stil sehr angebracht.
Wertung: 3,5/5 Bienenkörben
Dieses Mal war mir das alles etwas fade. Ich will aussergewöhnliche Lieder! Songs an denen man sich richtig reiben kann. Die man entweder völlig cool oder absolut abstossend finden kann.! Wider diesem fürchterlichen Indie-Trallala! … Ausser es ist ein schönes Trallala!
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Hmm, ich schau mal, das ich für’s nächste Mal was rauheres zum dran Reiben raussuche
– wobei mein noch nicht gezogener Vorschlag aus Runde 3 ja an sich ganz gut in die Richtung geht.
Polkadot Cadaver wollen zwar nicht so ganz wie Faith No More aber mehr wie Mr. Bungle klingen bzw. sind so ziemlich die inoffizielle Nachfolgerband. Da ich Mike Patton sehr mag und auch der guten Kopie was abgewinnen kann, passt das für mich ganz gut
Es muss ja nicht rauer sein. Nur irgendwie … sperriger! Ich denke daß bei einem Hörsturz ja gerne auch einmal solche Sachen mit dabei sein dürfen, die vielleicht auch mal etwas schwieriger zu greifen sind. Muss man es sich eben mehrmals anhören!
Dann hör dir mal die Band “White Denim” an – die sind wirklich sperrig, aber nach ein paar Hördurchgängen wirklich genial. Hab hier nen kostenlosen Download von denen vorgeschlagen: http://blog.freeqnet.de/2009/09/02/projekt-horsturz-rezension-runde-3/
Sehr schön! Aber ist doch eingängig! Krautrock meets Psychedelia!
Ich hab mich ja auch mit den ersten Klängen in die Musik verliebt – aber die meisten tun sich schwer, wenn die üblichen Songstrukturen fehlen und eine Melodie nicht mindestens 10x im Song wiederholt wird
– dafür brauche ich ja auch meistens mehrere Hördurchläufe, um wirklich gradlinige Musik gut zu finden.
Der morgige Song des Tages wird auch etwas sperriger!
Aber revolutionär!
Mal ganz abgesehen von deiner Bewertung gefällt mir wie du “Punkte” in anderen Gegenständen vergibst. Die überfahrenen Feldhasen sind sehr gut.
Und manchmal habe ich das Gefühl, daß ich mir mehr Gedanken um die “Punkte-Gegenstände” als um die Bewertung mache! … Quatsch, das wäre jetzt zu weit hergeholt!
cool das mein song am besten davon gekommen ist ^^
Jedem das was er oder sie verdient!
Überraschenderweise
liegen wir beide diesmal wertungstechnisch ziemlich auf einer Linie!
Nur Deine Interpretation des Hörsturzes teile ich nicht ganz. Ich will das eigentlich nicht zu wörtlich nehmen und nur “schwer Verdauliches” bzw. Zugängliches vorgesetzt bekommen. Natürlich kann man das auch mal machen, aber für mich geht’s hier hauptsächlich darum, eher unbekannte Bands/Musik vorzustellen und zu entdecken.
Und was hast Du immer nur gegen Indie?
Ich hab doch garnichts gegen Indie. Ich mag nur diese Intro Indies nicht. Hörsturz muss ja nicht immer schwer verdaulich sein. Aber ein Lied das 50 mal an jeder Ecke rauf und runterdudelt passt manchmal nicht sooo ganz.
Richtig, ein Lied das 50 mal an jeder Ecke rauf und ruterdudelt ist wohl nicht mehr unbekannt und passt somit auch nicht zu meinem Verständnis des Projekts.