Postpunk vs. werter Leser #57, werter Leser, …
Geschrieben von: postpunk in Postpunk vs. werter Leser!, tags: Ratemol!… und schon ist wieder Donnerstag und heute beschäftigt sich unser Quiz wieder mit einem Stück Musik dessen Titel und Interpreten es zu erraten gilt.
Sie fragen sich: Wie läuft das ab? Ich gebe Ihnen nachfolgend eine dezente Umschreibung/Hilfestellung und Sie als intelligentes Wesen finden den Titel in Minutenschnelle heraus. Die Hilfestellung ist extra so gewählt, daß es ein bißchen zu knobeln gibt. Die Tipps, die im Anschluß an diesen Text, bzw. in den Kommentaren in unregelmäßigen Abständen folgen, sind so gewählt, daß man nicht unbedingt sofort danach googeln kann ohne ein fundiertes musikalisches Hintergrundwissen zu besitzen. (Naja, zumindest soll das das Ziel sein!)
Auf eine wöchentliche Auslobung von Preisen wird verzichtet. Stattdessen spende ich einen Betrag an Ärzte ohne Grenzen. Die Höhe des zu spendenden Betrages ist abhängig vom Zeitpunkt an dem das Rätsel gelöst wird. Ich gebe ganz offen zu, daß ich das mit den Spenden in den letzten paar Wochen vergessen habe. Aber ich gelobe Besserung und werde nächste Woche mal zusammen zählen.
Hier dann also noch einmal die Vorgehensweise:
Das Rätsel wird von mir in den meisten Fällen kurz vor Schlafenszeit (also gegen 02:00 Uhr nachts) eingestellt. Wenn bis 11.00 Uhr morgens die richtige Lösung genannt wird, dann spende ich 10 Euro an die Organisation Ärzte ohne Grenzen. Dieser Betrag verringert sich dann stündlich um einen Euro, so daß mir bis 20.00 Uhr, wenn ich richtig gerechnet habe, zumindest noch ein Euro aus der Tasche gezogen werden kann.
Der glückliche Gewinner bekommt dann als Preis eine namentliche Erwähnung in der Postpunk.de Ruhmeshalle Besenkammer und ein Los für die Verlosung am Jahresende. Je mehr Lose man besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit am Jahresende richtig abzuräumen und einen hübschen Preis zu gewinnen.
Aber Achtung: Auch Teilnehmer, die an mindestens 10 verschiedenen Raterunden als hilflose Rater und somit hilfreiche Kommentatoren teilgenommen haben und dennoch nie die richtige Lösung herausgefunden haben, erhalten ein Los. Mitmachen lohnt sich also auf jeden Fall.
Nachdem ich jetzt einmal die jüngsten “Postpunk-vs.-werter-Leser-Rätsel” durchgegangen bin, ist mir aufgefallen, daß ich bei der Umschreibung immer sehr vage war, was einerseits beabsichtigt, andererseits auch für die frühzeitige Lösung des Rätsels nicht so richtig dienlich war. Ich versuche nun also bei der heute relativ kurz und knackig gefassten Umschreibung etwas ausführlicher und hoffentlich auch hilfreicher zu werden. ![]()
Es werden auch immer gerne mehr oder weniger hilfreiche Antworten von Neueinsteigern angenommen. Ich gebe hier ja in diesem Blog auch sehr oft unqualifizierte Kommentare ab, dann steht Ihnen das ja auch in einem gewissen Maß zu.
Die Umschreibung möchten Sie? Gerne! Hier also die Umschreibung. Ich bin mal gespannt wie das heute hinhaut: ![]()
“Trotz des Covers kein Flop, ganz im Gegenteil! Und sicherlich das Fundament zur Finanzierung eines urbanen Bauernhofs”
1. Tipp um 09:53 Uhr: Der gesuchte Song wurde ursprünglich als Zugabe geschrieben!
2. Tipp um 10:40 Uhr: Obwohl der gesuchte Song definitiv ein Hit war und seine eigenständige Veröffentlichung als Single quasi auch von der Plattenfirma so geplant war, war er nicht auf dem gleichzeitig veröffentlichten Album der gesuchten Band vertreten. Dieser Umstand hat mich damals überhaupt etwas verärgert.
3. Tipp um 13:05 Uhr: Der Song hat sich verkauft wie geschnitten Brot, bekam aber damals dennoch keine Goldene Schallplatte. Obwohl er die Kriterien durchaus erfüllt hätte.
4. Tipp um 13:45 Uhr: Die gesuchte Platte hatte auch einen Auftritt in einem neueren Film. Es wurde damals darauf hingewiesen, daß es sich um die Originalpressung handelt.
5. Tipp um 14:25 Uhr: Eine Band, die ganz zufällig aus der gleichen Stadt kommt wie die heute gesuchte Band wählte ihren Namen aufgrund des heute gesuchten Titels.
Auflösung gegen 14:30 Uhr
“I see a ship in the harbour, I can and shall obey” (Text)
Sie werden sicherlich etwas überrascht sein, wenn ich Ihnen mitteile, daß auch heute wieder Yjgalla die beste Band der Welt erkannt hat und somit sich Ihren Platz in der Besenkammer gesichert hat. Das steigert selbstverständlich wieder ihre Chancen auf den Sieg in der großen Jahresverlosung unter allen Siegern und häufigen Teilnehmern des “Postpunk vs. werter Leser” Quiz.
Die beste Band der Welt fragen sie sich sicherlich? Wer kann das sein? Für mich ganz banal dann wohl New Order. Die wurden heute auch gesucht und zwar mit ihrem ersten Hit “Blue Monday”. “Blue Monday” ist damals nur als Maxi Single veröffentlicht worden und zwar von der Plattenfirma Factory, die wie wir ja alle wissen nicht der British Phonographic Industry angehörten und deren Bands somit nicht berechtigt waren, Goldene Schallplatten zu erhalten.
“Blue Monday” wurde ursprünglich in einer Hülle veröffentlicht, die außerlich einer 8 Zoll Floppydisc ähnelte. Es befand sich auf dem Cover kein Hinweis hinsichtlich der veröffentlichenden Band oder des Songtitels. Beides konnte nur anhand eines “Barcodes” von ganz, ganz schlauen Menschen entschlüsselt werden. Schaffer dieser Hülle war Peter Saville, der für sehr viele Cover aus dem Hause Factory verantwortlich war und dem zu Ehren vor einiger Zeit auch ein Bildband veröffentlicht wurde, in dem nochmals seinen künstlerisch wertvollen Kreationen gehuldigt wurde.
Dieses Cover war, wie den Cineasten unter Ihnen sicherlich bekannt ist, auch in dem Film “Shaun of the dead” zusehen. Und zwar in der Szene als der große hellhäutige Mann zusammen mit dem etwas kleineren hellhäutigen Mann sich auf ihrer Flucht in einen Plattenladen zurückzog um sich gegenüber den angreifenden Untoten mit Schallplatten zu verteidigen! Als er die Platte den bösen Zombies entgegenschleuderte wies der Kleine den Großen darauf hin, daß es sich bei der Platte um die Orinalpressung von “Blue Monday” handelte. Vielleicht sagte daß auch der Große zum Kleinen oder irgendwie! … Egal
In die Zeit der Veröffentlichung von “Blue Monday” fiel auch die Veröffentlichung des New Order Albums “Power, corruption and lies”, das den heute gesuchten Titel nicht enthielt. Diesen Umstand fand der Postpunk damals richtig doof!
Der Songtitel “Blue Monday” beinflusste die ebenfalls aus Manchester kommende Band Happy Mondays hinsichtlich ihres Bandnamen.
New Order sind heute restlos zerstritten und es gibt sicherlich nur ganz, ganz geringe Chancen auf eine Wiedervereinigung, will sagen, daß die Chancen auf eine Wiedervereinigung Koreas etwas besser stehen als die auf eine Wiedervereinigung New Orders.
Der im Tipp angesporochene urbane Bauernhof war natürlich die Hacienda in Manchester. Ein Club, den die Band durch ihre Erlöse aus ihren Verkäufen finanzierte und der zu Zeiten von Madchester und den großartigen Raves wahrscheinlich mehr bunte Pillen beinhaltete als sämtliche Smarties Tuben auf diesem Planeten. Selbstredend ging der Club nach ein paar Jahren und einigen Razzien Bankrott. Über die Hacienda hat das ehemalige Mitglied von New Order, Peter Hook, kürzlich ein Buch veröffentlicht mit dem bedeutsamen Titel “The Hacienda -- How Not To Run A Club“. Wenn Sie ein Weihnachtsgeschenk für mich suchen wäre dies jetzt dann sicherlich ein gut plazierter Hinweis!
Noch Fragen offen? Fragen Sie Wikipedia! Hier oder hier!
Einträge (RSS)
Hmm, ein indiziertes Cover oder ein selten dämliches Cover?
Der Interpret ist mittlerweile aus dem Musikgeschäft ausgestiegen und/oder übt sich in Öko?
Good morning!
Weder indiziert noch selten dämlich.
Seinen offiziellen Rückzug hat der Interpret noch nicht bekannt gegeben und ob er in Öko macht ist mir nicht bekannt.
Gunnmoarn,
Ist “Zugabe” als “B-Seite” zu lesen? Bezieht sich “Cover” tatsächlich auf die Hülle des Tonträgers, oder hat der Postpunk mal wieder eines seiner berüchtigten Wortspiele angesetzt?
Keine Spielereien! Es ist die Hülle gemeint! Als Zugabe ist nicht die B-Seite gemeint!
Eingebung! Train in Vain (Cover ist bekannt und es war ursprünglich nicht auf London Calling drauf, das dieser Tage zum 30. Jubiläum erneut erscheint)
ABER: Joe Strummer ist natürlich tot, was deinem ersten Kommentar widerspricht.
Ist das zumindest chronologisch nah dran?
Train in Vain ist definitiv nicht richtig. So komplizierte Gedankengänge kann ich doch abends gar nicht vollführen! Und Joe Strummer ist wohl definit tot!
Ich wärecdann mal für 1,5 Stündchen ausser Haus und schau mal was bis dahin alles so ausgetüftelt wurde.
Bezieht sich der “urbane Bauernhof” auf einen Städtenamen? Mir käme da La Grange von ZZ Top in den Sinn, aber inwiefern das zum Rest passt…?
Es hat noch gar keiner gesagt, dass der Song nicht von 1982 wäre …
So wieder da!
@cimddwc: Nein es ist kein Bezug zu Städtenamen da. Und ZZ Top mag ich nicht sooooo sehr. Also überhaupt nicht!
@Yjgalla: Ist er nicht, ist er nicht!
Hat der vielleicht deshalb keine goldene Schallplatte bekommen, weil er vor deren Einführung rauskam?
Ist das was finanziert wurde ein weiteres Projekt mit “Farm” oder so im Namen? Ein Label, Club, Film?
Ist das Cover auf irgendeine Art schlecht? Hässlich? Leer? Oder sind Flip-Flops drauf abgebildet?
So viele Fragen auf einmal:
Als die Platte veröffentlicht wurde gab es schon Goldene Schallplatten.
Bzgl. der Finanzierung ist es in der Tat so wie Du es mutmaßt.
Das Cover finde ich nicht schlecht. Auch von künstlerischen Aspekt wurde es sehr wohlwollend in Fachkreisen aufgenommen.
Dieser etwas neuere Film…. Reden wir hier über “High Fidelity”? Wird im Film über den Song gesprochen oder wird das Lied lediglich gespielt?
Wir reden hier nicht über High Fidelity! Das Lied wird nicht gespielt und es wird auch nicht über das Lied gesprochen. Man sieht das Cover und die Platte übernimmt quasi eine Funktion!
Oh ist der Film “Shaun of the Dead”? Die töten doch Zombies mit den Platten … Wenn ich doch nur mein DVD-Regal bei mir hätte.
Von Blue Monday haben die z.B. ein Original. Edit: ja, passt alles. New Order – “Blue Monday”
Pfft, wollte gerade Simon Pegg bei Twitter fragen
Ja ja, somit ist das Quiz “Postpunk vs. Yjgalla” auch heute wieder beendet! Yjgalla hat die großartigste Band aller Zeiten mit einem absoluten Klassiker genannt.
Simon Pegg hätte da helfen können? Wer ist das denn um Himmels Willen? So eine Art menschliche Wikipedia was Filme angeht?
SHAUN!
Achso! Bin doch kein Cineast!
mist wenn man an der uni ist, wenn das quiz läuft
guter song, tolle coverversionen
Ich sollte in der Tat mal über eine Verschiebung des Quiz nachdenken.
Betrüblich (und peinlich) für mich, dass PP (lies: Postpunk – nicht Piratenpartei, nicht Project Pitchfork) diesmal einen Song rausgesucht hat, der ganz gewiss in meine ewige Top 3 gehört. Das Fehlen dieses Ausnahmesongs auf PC&L hat mich seinerzeit ebenfalls in Rage gebracht (trotzdem ist das ein tolles Album). Blue Monday ist auch nicht ganz unschuldig an meiner Art des Drum-Programmings.
Empfehlenswert finde ich übrigens auch die B-Seite “On the beach” – eine quasi-instrumentale Remix-Version von “Blue Monday”. Zu finden ist die unter “http://www.youtube.com/watch?v=-NgcttVbdjo”, wo am Anfang auch das im Rätsel erwähnte Cover zu sehen ist.
So, und für nächste Woche wünsche ich mir was von Rammstein (gestern Abend in Strasbourg gesehen und immer noch ganz beglückt).