… wurde kürzlich bei den 49 Sonnen angesprochen. Und da ich heute abend in der Laune bin, mir unbekannte Musik anzuhören und ich auch schon lange nichts mehr in Richtung des CD-Projektes und der Trashzension gemacht habe, dachte ich mir, schreib doch auch mal was darüber. Vielleicht sind sie ja gut! Schließlich kann man sich das Produkt ja auch auf Last.fm anhören. Und zwar in voller Länge! Und sogar in akzeptabler Qualität herunterladen (ich neigte kurzfristig zum Begriff “downloaden” )

Und für mich nicht unwesentlich: Der elegante Rest ist eine Band aus Leipzig und sie machen deutschsprachige Texte. Und da habe ich ja ein Faible für!  Und so gestatte ich  mir jetzt einfach einmal einen Liveticker zu Der elegante Rest und ihrem Album Warten auf das Ende der Welt zu machen . Natürlich immer in der Hoffnung, daß der Trackback irgendwo dort auftaucht wo man das Album, bei Gefallen, eventuell gewinnen könnte! 😉

Vielleicht sind der elegante Rest ja sogar Postpunk? Noch weiß man das ja nicht!

Fangen wir an:

Lied 1 – Warten auf das Ende der Welt: Gitarre schrammelt … “Keine Musik mehr” … “Sao Paulo” …! Musikalisch fehlt mir da momentan etwas das eingängige Element. Die Melodie ist o.k.! Etwas bluesig! Ganz am Ende nimmt das Lied etwas Speed auf und wird merklich besser. Leider etwas zu spät! Für ein Stück am Anfang der CD definitiv zu tränig!

Lied 2 – Es war nur ein Kuss: Chorgesang? Prinzen? Halt! Glück gehabt! Etwas Chanson! Schon eher etwas für mich. Nette Orgel, gefällt mir! Relaxed! Vielleicht den Prinzenchor am Anfang weglassen? “Red kein Quatsch, Du hast doch keine Ahnung von Musik” O.k., dann halt das nächste Stück.

Lied 3 – Kreisverkehr: 70er Klampfen am Anfang  – und auch wenn ich mich jetzt unbeliebt mache -  … Ostrock! … Puhdys! Muss ja nicht unbedingt schlecht sein wenn es denn gefällt. Mir allerdings nicht! … Los, beim nächsten Stück aber mal jetzt etwas rocken!

Lied 4 – Der Teufel kam von nebenan: Akustikgitarren und “die Blumen stehen in Blüte”. Also noch etwas ruhiger. Und das nicht schlecht! Die Reime sollten noch einmal überdacht werden, aber dennoch bisher das beste Stück auf der CD. Die Melancholie des Stückes passt zum Gesang. Element of crime?

Lied 5 – Energieverschwendung: Blöder Titel! 70er? Ganz am Anfang dachte ich, daß es groovy werden würde. So Sterne-mäßig. Immer noch die nette Orgel dabei! Dem Sänger würde ich gerne mal einen Tritt geben! Hey! Groove! Die Stimme passt doch! Mann! Gib doch einmal im Leben etwas Gas!

Lied 6 – Der rote Salon: Halbzeit! Jetzt müssen die Jungs aber wirklich noch etwas Gas geben! Machen sie auch! Gitarren! Bremse rein! Es wird gesungen! “Du bist ein Schurke!” Ist o.k., aber leider erwarte ich heute etwas mehr Charisma! Manche Harmonien gefallen mir wirklich gut, aber irgendwie klingt das immer etwas nach Hildegard Knef mit Placebo Gitarren!

Lied 7 – Ãœbungsgelände: Bisher das beste Stück. Abwechslungsreich, sogar die Clawfinger Gitarren gefallen. Textlich habe ich manchmal das Gefühl, daß mir Fragmente um die Ohren gehauen werden und nicht ganz zuende gedacht wird. Aber ich muss das ja auch nicht alles verstehen. Dennoch das Lied gefällt mir! Da passt es! Und der Schluss kling nach einer Tatort-Melodie!

Lied 8 – Alles schwimmt: Gefällt! Schlagzeug klingt gut! Nette Abwechslung zwischen Ruhe und Dynamik! Gute Melodie und endlich einmal das Gefühl, daß die Puhdys nicht mehr die Väter des Liedguts sind. Mit 3 Minuten dann doch fast zu kurz! Alles wird gut?

Lied 9 – Bist du wirklich meine Geliebte?: Neil Young?  Anfang rockt! Und wieder fehlt etwas! Ein guter Refrain! Eine Hookline! Etwas Leidenschaft! Und ausserdem ist das jetzt echt blöd abgemischt! Definitiv zuviel des Guten! Auch wenn das Lied am Ende, zumindest musikalisch, besser wird! Der Reim: “Scheues Reh – Silbersee” wird wohl eher keinen Einzug in die Herzen der Hörer finden. Schade eigentlich! Hätte man was daraus machen können.

Lied 10 – Kompliziert: Hat er jetzt wirklich “Dandy” gesungen? Ich tanze jetzt Walzer! Und dennoch: Irgendwas fehlt immer! Wenn der Refrain o.k. ist, dann haut das mit der Strophe nicht hin! Egal, Walzer ist nett und deshalb ist der Reim “Mensch – kennst” auch noch zu ertragen. Falsch! Man kann es schon anhören und der Stil passt zum Gesang!

Lied 11- Zwei Spinner: Das letzte Lied! Ich betrachte das neutral! Bass! Musikalisch bisher o.k.! Gesanglich auch! Aber was soll dieser komische Hall? “Taaaanz!” Dennoch, ich wiederhole mich: Musikalisch kann das gefallen! Das Arrangement ist stimmungsvoll und wirklich gut gemacht!

Fazit: Ich habe keine Ahnung seit wann die Band schon zusammen ist, aber wenn man sein Werk einer breiteren Öffentlichkeit zur Schau stellt, muß man auch Kritik vertragen können: Handwerklich ist das Ding recht ordentlich. Musikalisch in Ordnung, aber nicht weltbewegend! Textlich leider grottenschlecht! Das fällt weniger auf wenn man englisch singt. Dann kann man sich auf den Gesang konzentrieren, der wirklich o.k. ist, wenn auch manchmal viel zuwenig Enthusiasmus und Leidenschaft verbreitet wird.
Die angesprochenen Element of Crime machen das ähnlich, haben aber textlich einfach mehr zu bieten.

Ansonsten wo würde ich die Band einordnen?  Mit sehr viel Wohlwollen: Musikalisch irgendwo zwischen Element of Crime, Poems for Laila und M. walking on the water! Anajo oder gar die fantastischen Geschmeido kann ich leider nicht erkennen.

Alles in allem: Ist o.k., aber kaufen würde ich mir das Ding aufgrund mangelnder Leidenschaft wirklich nicht! In letzter Zeit gibt es eigentlich sehr viele gute deutsche Bands und für den eleganten Rest bedeutet das letztendlich: Es reicht halt einfach nicht!

Filed under: Cdprojekt2008Postpunk vs. Discokugel

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