… verbunden mit der Feststellung, daß nicht alles schlecht war und es abseits des schweissgetränkten Rocks von Mumford & Sons auch noch weniger hemsärmelige, rockige und schön poppige Musik gab.

Auch dieses Jahr findet in der knallbunten Blogwelt wieder eine Auswertung statt, was bei den Bloggern die populärsten Alben des Jahres waren. In diesem Jahr u.a. bei Vinyl Galore. Sie finden nun also im Anschluß meine bescheidene Sicht der Dinge.

Wie immer habe ich zumindest versucht, etwas über den Tellerrand zu blicken und mir auch Dinge reingepfiffen, die ich eigentlich zuerst einmal als weniger interessant empfand, wurde dann aber doch einige Male eines Besseren belehrt und so gibt es meines Erachtens eine schöne Sammlung von 10 wirklich netten Alben, die der geneigte Leser sich gerne einmal zu Gemüte führen kann.

Desweiteren habe ich unterhalb noch einige weitere Alben angeführt, die ich für erwähnenswert hielt.

Platz 10: Bonobo – Black sands

Relaxed, elektronisch und ganz so wie man es nach dem ebenfalls schönen Vorgänger Album erwartet hatte. Für Rocker nicht geeignet, für Fans von Ninjatune etc. eigentlich schon. Ich glaube, sowas läuft dann unter Chillout? … Auf jeden Fall eine typische Abend-CD, die keinesfalls aufdringlich sondern einfach angenehm anzuhören ist. Sollten Sie in diesem Falle dann auch unbedingt einmal machen!

Platz 09: Pantha du prince – Black noise

Nach Bonobo schon wieder was Schwarzes. Dieses mal nicht der Strand sondern die Geräusche. Pantha du prince ist straighter, nicht chillig, sondern hübsch elektronisch, fast hypnotisch und erinnert mehr und mehr an Kraftwerk. Coole Musik eben und irgendwie habe ich das Gewfühl, daß er von Release zu Release besser wird. Daß er mit dem Song “es schneit” den Soundtrack für diesen Winter kreiert hat, konnte er ja zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht wissen. Passt eben einfach alles.

Platz 08: Audio Bullys – Higher than the Eiffel

Und wieder tanzbares in den Top10. Die Audio Bullys haben mich dieses Jahr definitiv überrascht mit einer Mischung aus Britpop und Dance, die an ein Madchester im 2010er Style gemahnt. Spotify erwähnte Ähnlichkeiten zu “The Streets” Dem kann ich teilweise beipflichten wenn auch da viel mehr ist. Ich höre z.B. auch The Shamen raus was dann wieder an die 90er in Manchester erinnert, aber wie gesagt auch Britpop. Aufgrund der Stilvielfalt und weil es dann doch alles zusammen Sinn macht,  ein sehr schönes durchdachtes Album, dem eigentlich noch zuwenig Aufmerksamkeit in diesem Jahr gewidmet wurde (Zumindest von mir).

Platz 07: Lost in the trees – All alone in an empty house

Ein Re-Release von 2008 zählt doch auch noch, oder? Lost in the trees haben nun bei Anti-Records unterschrieben. Vielleicht ein Grund mehr auf dieses tolle Album hinzuweisen, daß eigentlich nur schwer zu beschreiben ist. Es enthält Orchester Teile, banale Rocksounds und Folkelemente aber vor allem tolle Songs mit großartigen Arrangements. Ein Album, das wirklich nie langweilig wird und deshalb darf das dann auch in dieser Liste auftauchen.

Platz 06: Mutter – Singen, trinken, schießen

Wie hat die Spex vor weit über einem Jahrzehnt geschrieben? “An guten Tagen spielen Mutter den Saal leer!” Ich könnte jetzt irgendwas schlaues zu den Texten sagen, ich verstehe sie aber leider nicht. Ist aber auch egal, denn hier kommt es auf die große Wirkung der Gesamtheit an. Mutter sind wichtig!

Platz 05: Crystal castles – Crystal castles (II)

Auch ich konnte mich dem Hype um die beiden Kanadier nicht verschließen. Zu eingängig ist der Electropunk von Crystal castles was sich dann auch an den demnächst hier veröffentlichten Lieblingssongs des Jahres zeigen wird. Alles wunderbar noisy, dazu noch tanzbar, präsentiert von einer großartigen Frontfrau . Eine gefährlich wunderbare Kombination.

Platz 04: The Hundred in the hands – s/t

The Hundred in the hands verwursten so ziemlich alles was ihnen gerade gefällt. Heraus kommt dabei ein enorm abwechslungsreiches Album, das trotz der brezelnden Gitarren äusserst dance-lastig ist, pickepackevoll mit interessanten Melodien ist und definitiv zu den Ãœberraschungen des Jahres gehört. Die Single “Pigeons” hatte ich ja schon anderer Stelle hier vorgestellt. Das Album groovt und gehört definitiv zu den Highlights des Jahres. Bin mal wirklich gespannt ob The Hundred in the hands das auch auf dem nächsten Album halten können. Bis dahin: Thumbs up!

Platz 03: ILIKETRAINS – He who saw the deep

Ich werde es nie verstehen warum diese Band nicht größer ist als sie es ohnehin schon ist. Bombastisch, fett, düster, mit traumhaften Melodien. Klar das Ding läiuft immer noch unter Postrock und dennoch sollten beim ein oder anderen Song die Leute genau hinhören, die sich auf Postpunk  berufen und damit dann seltsamerweise immer Joy Division und Interpol meinen. Das können ILIKETRAINS nämlich mindestens ebenso gut.

Platz 02: I heart Hiroshima – The Rip

Direkt aus Brisbane auf Platz 02 in den Jahrescharts kommen “I heart Hiroshima”, die mich mit ihrem Wechselgesang und den wunderbaren Schrammelgitarren zu überzeugen wussten. Irgendwie soll ja auch Andy Gill von Gang of Four mal an einem Schieberegler beim Final Mix rumgefummelt haben. Na dann! Egal, denn mir gefällt dieser rotzige Gesangsstil von Susie Patten. … Wahrscheinlich weil er mich an daheim erinnert. Das haben Sie jetzt aber bitte überlesen!

Platz 01: Belle and Sebastian – Write about love

Zu diesem Album wurde doch alles schon gesagt! … Klick!

Was sonst noch erwähnenswert wäre, es aber nicht ganz in die Top 10 geschafft hat:
The tallest man on earth – Shallow grave
Robyn – Body talk
Tocotronic – Schall & Wahn
Christiane Rösinger – Songs of L. and hate
Die Sterne – 24/7

Tagged with:

Filed under: Kann sein!Postpunk vs. Discokugel

Like this post? Subscribe to my RSS feed and get loads more!