… Ich habe eine Euro-Vision, werter Leser und möchte Sie mit Ihnen teilen.

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Quatsch! Heute ist  ja nicht Astro-Tv-Tag sondern Eurovisions Tag!

Heute ist der Eurovision Song Contest und leider ist es nicht mehr so, daß man die Songs wie früher am Samstag Abend das erste Mal präsentiert bekommt. Nein, heute dudeln die Songs meistens schon wieder die Charts runter wenn sie denn letztendlich am Contest teilnehmen. Ãœber Wochen werden die Songs auf diversen Online Portalen miteinander verglichen und erfahren dann am eigentlichen ESC Tag nur noch die Bestätigung ihres Platzes. Google weiß ja schon wieder alles vorher und geht momentan stark von einem irischen Sieg aus.  … Ich nicht!

Im Nachfolgenden liefere ich Ihnen meine höchst persönliche Einschätzung wie die jeweiligen Songs abschneiden werden und was ich von ihnen halte. Im Normalfall nichts. Es gibt aber auch die oder andere Ausnahme, die ich selbstredend auch erwähnen werde.

Falls sie den ESC mal etwas anders erleben möchten, machen Sie während der Ãœbertragung einen Kopfstand oder verfolgen Sie den ESC beim Guardian. Der Ticker ist immer spektakulär und die genaue Adresse wird im Laufe des Tages sicherlich auf der Guardian Seite verkündet. Wenn weitere Blogs hier gerne einen Link zu ihrem Ticker veröffentlichen möchten, dann nur zu und nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion.

Live gebloggt wird übrigens auch beim Freeqnet. Bekanntermaßen einer der ganz großen Eurovision Song Contest Liebhaber!

Jetzt aber erst einmal meine Einschätzung der Sachlage!

  1. Finnland: Wenn wir ehrlich sind, dann ist Paradise Oskar schon ein ziemlicher Kack-Name, aber der Junge scheint sensibel zu sein. Voll das süße Mädels-Lied wie er da so rum-da-damt und auch ein Signal, daß nicht alle Finnen so magersüchtig sind wie die finnischen Skispringer.  Und der Erde soll es ja auch nicht so gut gehen, weil ist ja böse Umweltverschmutzung und auch Krieg. Das reicht dann gerade mal für Platz 16. Aber es ist ein optimistischer Platz 16. Wenn wir wollen, können wir alles ändern!
  2. Bosnien Herzegowina: Auf Startplatz 2 gleich einer meiner Top 3 Songs. Ebenfalls mit beklopptem Namen (Dino Merlin), aber mit prima Mitklatsch-Beat zu dem sich die deutschen Pärchen auch ganz prima durch den Saal schieben könnten. Wird bestimmt der Renner in den Tanzschulen. Ich finde den Song ebenfalls höchst erträglich, wenn auch schon mal gehört. Andere bestimmt auch und deshalb gibt das Platz 4
  3. Dänemark: Und noch ein äusserst dämlicher Name. Die Band heisst A friend in London. Die Dänen mit den explodierten Haaren und dem Ihr-müsst-uns-doch-süß-finden-Blick. Und irgendwie klingen die … wie, …wie, … wie … Nein, das kann nicht sein! Platz 16, weil die doch so süß sind. Und weil vor ihnen noch niemand auf diesen (girls … world Reim) gekommen ist.Und jetzt raten Sie doch einfach mal, wer die musikalischen Zieh-Eltern der sympatischen Dänen waren? Genau, Paso Doble und nicht Blümchen wie die ein oder andere Dumpfbacke behauptet! Auch der Friseur scheint immer noch der Gleiche wie einst bei Paso Doble zu sein! 


  4.  

  5. Litauen: Evelina Sasenko mit C’est ma vie und  wieder mit einem ungewöhnlichen Reim “Sorrow … tomorrow” … “true … you” und einem Song der so sicherlich schon 200 mal in irgendwelchen Broadway Musicals präsentiert wurde. Nur besser eben.
    Aber französisch kann sie wenigstens. … Buuuh! Platz 20
  6. Ungarn: Die Frau, die aufgrund ihres Namens auch zweifache Medaillengewinnerin im Riesenslalom sein könnte, Kati Wolf mit “What about my dreams” und einer leidlichen Europop Nummer, die leider auch wieder auf englisch gesungen wurde. Dabei ist Ungarisch doch eine solch wunderschöne Singsprache! … Potzblitz, jetzt wo ich es erwähne,  fängt sie an zwischendrin zu zischen und zu “öööööen”. Das muß ungarisch sein! Entgegen meiner ursprünglich geäusserten Erwartung hebt das die Qualität des Songs auch nicht wesentlich. Da tipp ich mal auf einen starken 23. Platz
  7. Irland: Ja, ja, die zwei durchgeknallten, flippigen Jedward Jungs mit einer 80er Jahre Nummer. Ich weiß nicht, wer das immer mit diesen 80er Jahre Nummern bringt, aber in den 80ern wären die von Bronski Beat von der Bühne geprügelt worden.  Im Gegensatz zu diesem Song war nämlich die übelste Italodisco Nummer wirklich noch gute Popmusik. “Tarzan Boy” von Baltimora zum Beispiel, aber da sind Sie noch etwas zu jung dafür, werte Leser. Das Ding, das Jedward uns hier vorsetzen, ist allerdings nur ungeheuer langweilig und kann auch nicht dadurch aufgewertet werden, daß die Jungs grundsätzlich vor Ihrem Auftritt mit defektem Fön in die Badewanne springen. Schlecht, aber da Schlecht das neue Gut ist, werden die Jungs wohl auf Platz 2 kommen.
  8. Schweden: Eric Saade mit dem Song “Popular”, einem Song, der auch locker von irgendeinem griechischen Schönling hätte präsentiert werden können. Die hatten sowas nämlich in den letzten Jahren immer gebucht (Sakis Rouvas).  Trash eben, mit einer solch banalen Melodie, das man wieder einmal bestätigt wird, daß die musikalische Qualität bei diesem Wettbewerb völlig unerheblich ist. Schade, Eric, das wird nur Platz 17! (Sorry, das überflüssige Wortspiel musste sein)
  9. Estland: Die Getter Jaani und ihr Song “Rockefeller Street” erinnert etwas an Lilly Allen und ist eine wohltuende Abwechslung zu den männlichen Friseurmodellen, die kurz zuvor ihre Mittelmäßigkeit zum Besten geben durften. Inhaltlich natürlich auch wieder Quatsch (was erwarte ich eigentlich?), aber der Song ist durchaus erträglich und wird es auf Platz 10 schaffen.
  10. Griechenland: Lourcas Yiorkas und der Sterero Mike mit einer Mischung aus Hip Hop und folkloristischen Elementen. Zumindest die folkloristischen Elemente sind für Griechenland ganz ungewöhnlich. Ungewöhnlich wäre es auch wenn sie aus Zypern keine 12 Punkte erhalten würden. Ob die traditionellen griechischen Harmonien es über die “Taverne Zorbas” hinausschaffen, darf bezweifelt werden.  Platz 18 trotz Zypern.
  11. Russland: Alexey Vorobyov is “losing you tonight! … Ohohojo!”. Das geht wunderbar zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Das ist keine Popmusik, das ist einfach nur seichtes Pissoir-Plätschern. Gibt es eigentlich keine annehmbaren Melodie mehr? “I know you want me too?” Nein! Leider wird das dennoch auf Platz 14 landen.
  12. Frankreich: La Boulette … der Knödel. Schon wieder Pseudo-Musical. Wahrscheinlich wurde das Ding für dieses Bimmelbahn Musical abgelehnt und darf nun in den Europacup. Grässlich, anspruchsloses Zeug. Platz 24
  13. Italien: Raphael Gualazzi, der Junioren Weltmeister von Italien oder San Remo oder so.  Man hat zumindest mal etwas Abwechslung von diesem Europop-Einheitsbrei und ist dankbar. recht gut arrangiert, erträglich und zumindest kommt das Teil ohne Nebelmaschine aus. Platz 9, denn ich kenne mich aus!
  14. Schweiz: Anna Rosinelli und “In Love for a while”: Klingt am Anfang wie diese neue” Somewhere over the rainbow” Version von diesem etwas korpulenteren Herrn, der mittlerweile das Zeitliche gesegnet hat. Klingt deshalb irgendwie auch wie der Siegertitel. Kann man mitsingen, ist unaufgeregt, harmlos, Typ moderne Frau. Die lässt sich nix vormachen, lässt sich aber auch gerne fallen. Prima für die Sex in the City Generation, die ansonsten auch gerne mal die Amy McDonald CD reinhaut. Weiblich emanzipiert! Langweilig! Würde auch ganz prima zu einer Joghurtwerbung passen. Sie wissen schon: Die mit den modernen Frauen, die ihre Blagen in den Kindergarten bringen. Wird deshalb definitiv das Ding gewinnen! Platz 1.
  15. Großbritannien: Zumindest machen die Briten Europa wieder einmal vor wie eine seichte Popnummer zu klingen hat. Schon gut produziert, auch wenn das Ding etwas wie N’Sync klingt. Wären sie etwas jünger, dann würden sie auch ausserhalb der Gesellschaftskreise punkten, die sich eher für das eigene Geschlecht interessieren, punkten. Egal, das ist das was ich von einer Boygroup erwarte und das wird auch honoriert werden. Gut muss ich es nicht finden, aber Platz 5.
  16. Moldau: “So lucky” von Zdob È™i Zdub ist leider eines dieser lustigen Stücke mit denen ich überhaupt nicht klarkomme. Einzig und allein, daß ihre Hüte etwas an die frühen Devo erinnern, lässt sie erträglich erscheinen. Ansonsten finde ich das Stück wie auch den Großteil der Songs ungeheuer limitiert. Wenn Balkan, dann bitteschön richtig. Aber ich denke dennoch, daß die Herrschaften einen guten 13. Platz belegen werden.
  17. Deutschland: Ich muss zugeben, daß der Song nicht übel ist und sich angenehm abhebt. Wie eben auch der vom Dino aus Bosnien. Zu diesem ganzen Kram um Lena herum kann man dann ja seine eigene Meinung haben.  Was aber auffällt ist, daß Lena wirklich nicht singen kann. Lena belegt Platz 3 und dann ist aber auch gut. Dann bitte studieren gehen oder freiwilliges soziales Jahr machen oder Delfine vor dem Ertrinken retten oder sowas.
  18. Rumänien: Gut genug um nicht den letzten Platz belegen, aber mehr als Platz 14 dürfte es nicht werden. Wenn sie das Ding etwas schneller gemacht hätten und Bucks Fizz organisiert hätten, wäre das Ding nächste Woche in
    Nordkorea auf Platz 1. So kommt es nur auf Platz 15 in Europa und auf Platz 2 in Rumänien. … Direkt hinter den Scorpions!
  19. Österreich: Immer dieses rauf und runter “huh-huh-huh”, das man in jeder dieser unsäglichen Casting Shows hört. Man muss aber sagen, daß diese Dame doch ganz nett singen kann und deshalb auch zurecht einen guten Platz belegen wird. Die Alpen-Whitney eben. Der einzige Schnee, den die sich allerdings reinzieht ist wohl auf irgendwelchen Gletschern zu finden. Bohlen wäre zumindest stimmlich begeistert. Das wird ein Achtungserfolg für die sympathischen Nachbarn und somit Platz 8.
  20. Aserbaidschan: Ell / Niki sollen ja ganz heisse Anwärter auf den Sieg sein. Der Sänger erinnert gesanglich etwas an Morten Harket, die Dame erinnert an eine Dame, die beim ESC singt. Der Burner ist es nicht, was wohl wieder ein Zeichen ist, das der Song recht gute Siegeschancen hat. Sehr radiokompatibel, will sagen, fällt nicht groß auf.  Könnte mit Platz 6 klappen.
  21. Slowenien mit Maja Keuc fängt jazzig und slowenisch an und driftet dann ins Anastacia-hafte. Vor 10 Jahren wäre das ein heißer Tip gewesen. So erwarte ich beim Auftritt etwas Wind, der ihr ins Gesicht bläst und ein paar gewagte Tanzeinlagen. Reicht dennoch nur für Platz 23. Manche Länder können froh sein, daß Gibraltar nicht auch noch mitmachen möchte.
  22. Island mit Sjonni’s Friends, die so heißen, weil sie bis vor ein paar Wochen noch einen ganz anderen Sänger hätten haben sollen. Der ist dann aber leider gestorben und  und so singt die Band das Lied für ihren toten Sänger. Das macht das Lied aber leider qualitiativ auch nicht besser. Zumal es ja auch keine Elfen-Elemente beinhaltet und die Björk Schiene  von Lena beackert wird. Grausam und deshalb nur Platz 22.
  23. Spanien hätte vielleicht eine Pause einlegen sollen. Eine gelangweilte Möchtegern-Shakira mit den typischen Rhythmen, die im Urlaub ja immer so prima ankommen. Aber eben auch nur da! Singt sie gar schon wieder was vom Tanzen und ist nicht wieder überall eine prima Stimmung? … Nein! … Platz 21.
  24. Ukraine mit Mika Newton. Wer weckt mich auf?  Wenn ich hier auf den russischen Beitrag verweisen darf? Nur eben weiblich und ohne die Lobby. Pffff, langweilig … schlimm! Viel Wind um nix! Erinnert an Gracia (Was macht die eigentlich?) nur mit besser Töne treffen! Platz 22
  25. Serbien: Nina mit Motown Ambitionen. Geschrieben von Frank Popp, wie ich heute gelernt habe. Finde ich eigentlich, nicht nur deshalb, ganz gut! Auch wenn ich vermute, daß da optisch wieder Mutters Bügelkittel zum Vorschein kommt. Nichtsdestotrotz poppiger als die ambitionierten Osteuropäer. Könnte ich mir gut unter den Top 5 vorstellen. Wird aber wohl nur Platz 12 erreichen.

Fazit: Same shit, different year! … Jan Delay wird allerdings auftreten! Also doch ab und zu mal reinzappen!

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Filed under: Postpunk vs. DiscokugelTrashzension

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