… beschäftigt sich in dieser Woche nach den Internet-Turbulenzen der Vorwoche, wieder mit einem Stück Musik dessen Titel und Interpret es zu erraten gilt. Wie läuft das ab? Ich gebe Ihnen nachfolgend eine dezente Umschreibung/Hilfestellung und Sie als intelligentes Wesen finden den Titel in Minutenschnelle heraus. Die Hilfestellung ist extra so gewählt, daß es ein bißchen zu knobeln gibt. Die Tipps, die im Anschluß an diesen Text, bzw. in den Kommentaren in unregelmäßigen Abständen folgen, sind so gewählt, daß man nicht unbedingt sofort danach googeln kann ohne ein fundiertes musikalisches Hintergrundwissen zu besitzen. (Naja, zumindest soll das das Ziel sein!)

Auf eine wöchentliche Auslobung von Preisen wird verzichtet. Stattdessen spende ich einen Betrag an Ärzte ohne Grenzen. Die Höhe des zu spendenden Betrages ist abhängig vom Zeitpunkt an dem das Rätsel gelöst wird.

Hier dann also noch einmal die Vorgehensweise:

Das Rätsel wird von mir in den meisten Fällen kurz vor Schlafenszeit (also gegen 02:00 Uhr nachts) eingestellt. Wenn bis 11.00 Uhr morgens die richtige Lösung genannt wird, dann spende ich 10 Euro an die Organisation Ärzte ohne Grenzen. Dieser Betrag verringert sich dann stündlich um einen Euro, so daß mir bis 20.00 Uhr, wenn ich richtig gerechnet habe, zumindest noch ein Euro aus der Tasche gezogen werden kann.

Der glückliche Gewinner bekommt dann einen Preis in der noch zu erstellenden Postpunk.de Ruhmeshalle und ein Los für die Verlosung am Jahresende. Je mehr Lose man besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit am Jahresende richtig abzuräumen und einen hübschen Preis zu gewinnen.

Nun aber zum Rätsel:

Die Umschreibung für den heute gesuchten Titel lautet folgendermaßen:

“Einst angeblich ein Blick auf die Werktätigen. Die essentielle Frage vor der Abendgestaltung. Vernebeltes Stück und irgendwie dann doch eine Coverversion.”

1. Tipp um 10:18 Uhr: Die musikalischen Mitstreiter des gesuchten Künstlers (EinzelinterpretIn, Band, oder so) lesen sich wie ein Who is Who der Rockmusik.

2. Tipp um 11:00 Uhr: Bei den im Hinweis angesprochenen “Werktätigen” handelt es sich um Werktätige in einer bestimmten Stadt.

3. Tipp um 11:55 Uhr: Wie Yjgalla richtig herausgefunden hat, ist die essentielle Frage vor dem Ausgehen: “Was ziehe ich an?” Somit lässt sich auch einigermaßen leicht kombinieren ob das heute gesuchte Stück in diesem Fall von einer Frau oder einem Mann gesungen wird (sag ich jetzt einfach mal so). – Mahlzeit!

4. Tipp um 13:10 Uhr: Die Interpretin sprach kein akzentfreies Englisch!

5. Tipp um 14:00 Uhr: Die gesuchte Interpretin war dereinst Teil einer Band. Ihre künstlerischen Aktivitäten beschränkten sich ganz und gar nicht auf die Musik!

6. Tipp um 14:30 Uhr: In den 80ern wurde in Nordengland ein nahezu gleichnamiges Unternehmen gegründet.

7. Tipp um 15:00 Uhr: Die heute gesuchte Sängerin wurde in einem älteren sehr populären Musikfilm dargestellt. Desweiteren tauchte sie als Charakter in einem vor ca. 2 Jahren erschienenen Film über eine junge Dame auf mit der sie einiges gemeinsam hatte.

8. Tipp um 15:30 Uhr: Im Original stammt das gesuchte Lied von einer Band. In dieser Band war die heute gesuchte Person überaschenderweise die Sängerin.

9. Tipp um 16:30 Uhr: Die gesuchte Sängerin kam damals auf Betreiben eines bestimmten Herrn zu dieser Band. Dieser bestimmte Herr war aber kein Mitglied der Band.

Auflösung gegen 17.30 Uhr

“And what will she do with Thursday’s rags When Monday comes around?“ (Lyrics)

Eine mehr oder weniger interessante Frage, die Lou Reed damals in dem heute gesuchten Stück “All tomorrows parties” gestellt hatte. Gesucht war heute natürlich die Solo-Version von Nico a.k.a. Christa Paeffgen, die diesen Song auch in der Zeit nach Velvet Underground immer wieder in ihren Konzerten sang. Hintergrund warum ich diesen Titel für heute ausgewählt habe war natürlich, dass ich letztes Wochenende kurz vor Ausstellungsschluss im Kölner Museum für Angewandte Kunst war und dort die wirklich sehr gute Ausstellung “Nico – Stationen einer Popikone” besucht habe. Die Ausstellung war wirklich sehr ambitioniert zusammengestellt und Nico, ihr Privatleben und künstlerisches Wirken wurde wirklich aus sehr vielen Perspektiven betrachtet.

Der Song „All tomorrows parties“ wurde ursprünglich von Lou Reed geschrieben, der ja mit Velvet Underground auch dem Umfeld von Andy Warhols Factory entsprungen ist.  Nico wurde kurz zuvor von Warhol in die Band bugsiert wo sie jedoch von Lou Reed nur widerwillig akzeptiert wurde.
Angeblich handelt der Song von den einzelnen Mitglieder der Factory und ihrer Lebensweise. Im Internet kursieren allerdings 20000 verschiedene Interpretationen des Stückes.

Musikalische Mitstreiter von Nico waren natürlich Velvet Underground aber bei ihren frühen Soloauftritten auch Tim Buckley oder Jackson Brown. Bob Dylan schrieb mindestens ein Lied über sie und wohl auch ein Lied für sie. Aber Bob Dylan schrieb ja für jede Frau ein Lied, die nicht bei 3 auf den Bäumen war. Unter anderem auch für Edie Sedgwick, deren Leben im kürzlich erschienenen Film “Factory Girl” verfilmt wurde, in dem auch Nico als Charakter auftrat. Auch in dem Film “The Doors” trat Nico als Charakter in Erscheinung.

Über Nico gibt es sehr viel Gerüchte und Halbwahrheiten, die ich hier bewusst nicht streuen wollte. Eines jedoch ist zumindest eindeutig belegt. Sie war hochgradig heroinsüchtig. Bestes Beispiel ist das unterhalb verlinkte Video, daß eine Liveaufnahme von “All tomorrows parties” zeigt. Nico starb 1988 an den Folgen einer Hirnblutung auf Ibiza.

Eine relativ neutrale und umfassende Biographie ist hier zu finden.

Und gewusst hat das heute alles der googelnde Inselmann! Herzlichen Glückwunsch!

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=WyRtNpIRprs[/flash]

34 Antworten zu “Postpunk, vs. werter Leser #23, werter Leser, …”
  1. Ein Blick auf die Werktätigen. Klingt nach SBZ/DDR/Neufünfland. Die Frage vor der Abendgestaltung: wohin, wann, mit wem, was tun.

    Ein Blick auf die Werktätigen kann natürlich auch eine Zeitung sein. Vielleicht der Vorwärts? Ein Blick auf die Welt der Werktätigen?

    Anhand der Hinweise käme ich in die sicher falsche Richtung:
    “Vorwärts”? Wohin? Im Dunst?

  2. Also, die essentielle Frage vor der Abendgestaltung ist doch immer “Daheim bleiben oder ausgehen?”.

  3. @Ösi: Zuviel DEFA-Filme geschaut? Noi, noi!
    @ Wolli: In diesem Fall nicht! Noi, noi!

  4. Der Nebel und die Werktätigen … das klingt irgendwie typisch britisch. Irgendwie is mir nach Chumbawamba oder Billy Bragg!?

  5. Mal wieder schön kryptisch!

    Billy Bragg wäre zu offensichtlich, oder? Und den Boss haben wir ja kategorisch ausgeschlossen.

  6. Inselmann sagt:

    “ein Blick auf die Werktätigen”= Men at Work?

    “Die essentielle Frage vor der Abendgestaltung”: Werde ich einschlafen können? (vgl. “Alone between the sheets
    Only brings exasperation
    Its time to walk the streets
    Smell the desperation”)

    Vernebeltes Stück: die Überforderung (“overkill”) lässt dem Sänger nicht klar denken/ entscheiden, was zu tun ist

    irgendwie eine Coverversion= Colin Hay, SÄnger bei Men at Work, hat das Lied neu arrangiert und (unter anderem) bei “Scrubs” gespielt.

    Also: Men at Work/Colin Hay “Overkill”

    Etsi den einai;

  7. Huuuuih! Hier geht es aber schon früh rund!
    @ Torsten: Chumbawamba wäre natürlich eine nette Option gewesen. Überlege ich mir dann für das nächste Mal! ;-)
    @ Julia: Kein Boss-Content hier!!!
    @ Inselmann: Oxi! Aber ein hübscher Lösungsversuch!

    @all: Ich wusste gleich, daß Billy Bragg als erstes erwähnt wird, aber wie sagt der Schwabe: “Noi, noi!”

    Gleich gibt es den ersten Tipp!

  8. Einer Stadt in England?

  9. Yjgalla sagt:

    “essentielle Frage”: “Was ziehe ich an?” ? Als Frau fällt einem das doch zuerst ein ;-)

  10. @cimddwc: Noi, noi! “Gottseidank nicht in England!” wie die Fehlfarben singen würden!
    @ ygalla: Aber ganz genau! Absolut richtig!

  11. Yjgalla sagt:

    Sind das Werktätige einer allgemeinen Gruppe oder ganz bestimmte Leute? Körperliche Arbeit?

  12. Es sind Werktätige einer bestimmten Gruppe und ich vermute mal, daß ihnen körperliche Arbeit fremd war. Neuer Tipp und … Mahlzeit!

  13. Mahlzeit!

    Keine Stadt in England? Dann vielleicht doch eine in den USA?

    Bei Werktätigen dachte ich zunächst an Gewerkschaften, aber mit dem letzten Tipp scheint sich das erledigt zu haben.

    “Who is Who der Rockmusik” – ist/war die gesuchte Interpretin Teil einer Supergroup?

    Wir suchen hier aber wohl nicht schon wieder was von Frau Schmidt, oder? ;-)

  14. “Werktätige, denen körperliche Arbeit fremd war” … Schlipsträger … Anwälte?

    Beschäftigen wir uns heute im weitesten Sinne mit Ornithologie?

  15. “… irgendwie dann doch eine Coverversion.” Also nicht wirklich eine Coverversion, aber eine Reminiszenz oder ein Zitat eines anderen Songs?

  16. Das klingt ja alles schön und gut und es ist durchaus möglich, dass ich evtl. schon mal von dem Song gehört habe, ABER:
    hier kommt jetzt wieder der verzweifelte Aufruf, auch was zur Interpretin zu tippsen

  17. Yjgalla sagt:

    Bedeutet “in diesem Fall”, dass der Interpret eine Gruppe ist, in der normalerweise ein Mann den Gesang übernimmt? Oder sowieso dauernd jemand anders singt, wie bei Mike Oldfield.

  18. @ Julia: Neuer Tipp zum Künstler / zur Künstlerin in 3 Min.
    @ Ygalla: Der Interpret ist in diesem Fall keine Gruppe, aber in einem anderen Fall schon.
    Nachtrag:
    @ Symbadisch: Willkommen! Was treibst Du Dich denn schon wieder im Spamordner rum? Keine Anwälte und auch keine Schlipsträger! Nix mit Vögeln! Aber irgendwie eine Coverversion. Und Frau Schmitt ist nicht richtig, geht aber zumindest in die richtige Richtung!

  19. Ganz sicher nix mit Vögeln? Auch nicht in Bezug auf die Interpretin?

    Frau Schmitt ist die richtige Richtung? Inwiefern? Etwa zur gleichen Zeit aktiv? Stilistisch verwandt/ähnlich?

    Nochmal zu “ich vermute mal, daß ihnen körperliche Arbeit fremd WAR” … gibt es diese Berufsgruppe heute nicht mehr, oder weshalb die Vergangenheitsform?

  20. Hmmm, ich meine nicht! Vielleicht seh ich aber den Raben vor lauter Vögeln nicht? Du kannst da gerne konkreter werden. Wenn ich bzgl. der Richtung jetzt schon konkreter werde, dann wird es zu einfach. ;-)

    Diese Berufsgruppe gibt es schon noch. Die “Firma” existiert nicht mehr! ;-)

  21. Ganz konkret dachte ich an Sheryl Crow, die ja durchaus einen illustren Kreis von befreundeten Rocklegenden vorzuweisen hat.

  22. Nein, Frau Crow mag ich ja nicht sooo gern.

  23. Ich mag die gute Sheryl ja ganz gerne …

    Aber wie wäre es dann mit einer Freundin von Sheryl … Stevie Nicks?

  24. Äh, der letzte Tipp passt ja doch wieder auf Patti Smith.

    PS: wo ist denn symBadisch wieder hin?!?

  25. @ symbadisch: Da ist er wieder! Aber die sprachen doch alle relativ akzentfrei, oder? … Und deshalb sind sie es auch nicht!

    @ Julia: Nein, nein, nein!

    Nächster Tipp in wenigen Minuten!

  26. “Now I’m here … now I’m there” ;-)

    Die Interpretin hat also einen Akzent – einen ausländischen oder einen lokalen (z.B. Südstaaten)?

  27. Die Interpretin hat dann wohl eher einen ausländischen Akzent!

  28. Arzneikürbis sagt:

    Hmmm, nicht-englischsprachige Sängerin einer Band, die mit vielen anderen Größen des Musikgeschäftszusammengearbeitet hat…Da fällt mir höchstens Björk ein. Kenne aber leider nicht allzu viele Texte. Sollte es sich um die Interpretin halten, überlasse ich einem der Mitratenden den Abstauber. Ich muss zur Schule.

  29. Björk ist viel zu jung dafür! Gehen Sie doch mal noch etwas weiter zurück!

  30. Ich glaube, Du bist nicht unbedingt der Barbara Streisand-Typ, oder? ;-)

  31. Äußerlich eher nicht! Ansonsten denke ich, daß sie eine hervorragende Sängerin ist. Und You don’t bring me flowers mit Neil Diamond im Duett ist ein großartiger Song. Hat aber leider nicht so viel mit dem gesuchten Titel zu tun.

  32. Inselmann sagt:

    Nico?

  33. Danke! Song?

  34. Ich wüsste auch nicht, dass die Streisand in einer Band gesungen hätte. Aber über den Tipp mit dem populären Musikfilm und dem Multitalent bin ich über sie gestolpert.

    Ansonsten tappe ich im Moment noch ziemlich im Dunkeln.

    Hatten wir eigentlich schon geklärt, woher die Band der Sängerin stammt? Aus den USA?

    Und die zeitliche Einordnung ist auch noch etwas unklar. Wenn der populäre Musikfilm, in dem sie dargestellt wird, schon älter ist, muss die gesuchte Dame ja noch älter sein bzw. Ihr Wirken noch länger zurückliegen … aber was heisst das? 50er? 60er? 70er?

  35. Wie jetzt? Nico ist die gesuchte Sängerin??!?!

  36. Na klar! Der Song fehlt allerdings noch! Sollte allerdings nicht mehr gar so kompliziert sein, oder?

  37. Inselmann sagt:

    all tomorrow parties. Nicht, dass ich das Lied kenne, aber eine schnelle Suche des Textes genügt um zu sehen, dass es passt.

  38. Soviel also zum Thema “Googeln”! We have a winner!

  39. Inselmann sagt:

    *verneigt sich*

    Ich fand meine Colin Hay-Lösung besser, aber was soll’s.

  40. Gratulation!

    Nico passt natürlich zum Postpunk! Ist allerdings so gar nicht meine Ecke …

  41. Aber du wusstest nicht, daß er Schotte war! Weil Du nämlich die falschen Blogs liest!

  42. Yjgalla sagt:

    Stelle fest, das ich einfach hartnäckiger nachlesen sollte. Eine *meiner* Lieblingsbands hat ein Cover von All Tomorrow’s Parties gemacht und das ist mir beim Thema Anziehen sofort eingefallen. Hätte ich mal besser nachgesehen, von wem das Original ist … ja, ja … hätte … könnte. Grmpf.

  43. Apogytma Berzerk?

  44. Yjgalla sagt:

    Genau die.

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