Sei Hotel, werter Leser!!! …

… Es ist Sommer, werter Leser und der Garten und die Bruchbude fordern Ihren Tribut und somit höchsten Einsatz des vielköpfigen Redaktions-Teams von postpunk.de. Außerdem kloppen sich die Redaktions-Katzen immer mit den neuen Nachbars-Katzen.

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… herrscht gegenwärtig hier in der auf ionischen Säulen gebauten 6- Raumwohnung in Athen, die mich momentan beherbergt. Ganz unklassisch erklingt seit gestern morgen nur noch Michael Jackson aus den Boxen des antiken Röhrenradios und klingt damit noch weitaus schlimmer als die Heerscharen Athener Taxifahrer, die der Welt hupend miteilen möchten, daß sie auch am Leben sind und ggf. auch den Moonwalk beherrschen. Ich weiß ja nicht wie die Situation gegenwärtig in Deutschland ist, aber mir gehen diese ganzen Gedenkveranstaltungen, Spontan-Kundgebungen und Sondersendungen auf den Geist. Sie merken, Herr Jackson war mir egal.

Bei blip.fm habe ich gestern aus diesem Grund auch den ganzen Tag nur Prince-Lieder gepostet und währenddessen natürlich einen Blick auf die Onlineauftritte divereser Tageszeitungen und Magazine geworfen. Äusserst seltsam wie sich sämtliche Magazine nun überschlagen was für ein großartiger verschrobener Mensch Herr Jackson doch gewesen ist und wie sehr man ihn doch trotz seiner Verschrobenheit verehrt hat. Gary Glitter ist auch irgendwie verschroben. Phil Spector auch! So sehr wie man früher von ihm aufgrund dieser Verschrobenheit versuchte von ihm Abstand zu nehemen, sollte man auch jetzt versuchen, ihn mit etwas Abstand zu betrachten. Er hat einige gute Musikstücke veröffentlicht, ansonsten aber ein zugegeben etwas seltsames Verhältnis zu seinem Körper und auch zu Kindern gehabt. Ein Verhältnis, das jeden anderen normalen US-Bürger wahrscheinlich für mehrere Jahre hinter Gittern gebracht hätte. Es gibt keinen Grund Michael Jackson zu verherrlichen und schon gar keinen Grund, mich den ganzen Tag lang mit seiner Musik zu bombardieren.

Noch eine Anmerkung zu Twitter, Facebook und Konsorten:  Der zuerst zum Tode von Jackson veröffentlichte Kommentar auf dem Online Auftritt des Intro-Magazins stellte ganz am Ende die Frage: “Wo warst Du als Michael Jackson starb?” Die Antwort wurde gleich mitgeliefert: “Auf Twitter!” Eine Antwort, die dann wohl auch kommt, wenn die Frage kommt: “Wo warst Du als ein ganzes Volk im Sudan ausgerottet wurde?”